Heber die Parallaxen von a llerculis. — Ueber die Parallaxen einiger Fixsterne aus Bhadt.ky’s Beobachtungen.
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der Folge weiter auseinander setzen werde. Ich habealso zu meiner Untersuchung, so wie es von Ihnenneuerlich vorgesclilagen wurde, die Itectascensionen an-gewandt und solche Sterne mit einander verglichen,hie 12 Stunden von einander abstehen, wodurch manimmer die Summe zweier Parallaxen erhält, also nocheher hoffen darf, eine ({rosse zu entdecken, deren Exi-stenz nur deshalb noch problematisch ist, weil ihreKleinheit sie unsern Sinnen entzog. So habe ich Siriusmit a Lyrae und Procyon mit a Aquilae verglichen;v on andern Sternenpaaren fanden sich nicht hinläng-liche Beobachtungen um die Zeit der grössten Parall-axen, und ich habe deshalb einige Sterne bei dieserUntersuchung ausnehmen müssen, die ich sonst gernauch bearbeitet hätte. Der lange Zeitraum von 12 Jah-ren, den Bradley’s Beobachtungen umfassen, der mi-ermüdete Fleiss dieses bewunderungswürdigen Beob-achters haben uns eine lieihe von Observationen ver-schafft, die au Genauigkeit und Vollständigkeit vonkeinem bis jetzt bekannt gemachten Diario einer Stern-warte übertroffen wird und die deshalb recht geeignetist, einige noch immer problematische Punkte aufzu-klären. — Bradley, der nicht daran dachte, aus sei-nen Beobachtungen die Parallaxe der Fixsterne zubestimmen, beobachtete auf einander folgende Culmi-nationen der beiden oben erwähnten Sternenpaare nurzufällig; dennoch fand ich für jedes mehr als 200 Beob-achtungen, von denen ich Ihnen die mit Sorgfalt her-geleiteten Resultate hierhersetze, da sie mir ein all-gemeines und vielleicht für Sie ein besonderes Interessezu haben scheinen.
Wenn man die Parallaxen der verglichenen Sternedurch st, ;r', die Deelinationen durch ö, ö' bezeichnetund zur Abkürzung % sec d + 3t' sec <F = « setzt, soerhält man aus 207 zwischen 1750 und 1702 angestell-ton Beobachtungen des Sirius und des a Lyrae fol-gende Unterschiede der auf den 1. Januar 1755 redu-cirten Itectascensionen:
53 Beobacht. 11" 54 m 17+94 — 0,861 a
54 „ 17,793 -j- 0,322 «
50 „ 17,759 -f- 0,863 «
50 „ 17,099 + 0,984«
Diese Beobachtungen sind so geordnet, dass dieGoefficienten von a eine vortheilhafte Bestimmung die-ser Grösse zulassen. Es ergibt sich das unerwarteteResultat, dass die Beobachtungen durch Annahme einespositiven Wertlies von a (negativ kann er nicht sein)nicht besser dargestellt werden können, dass folglichUuadeey’s Beobachtungen keine Parallaxe des Sirius
und der Wega verrathen. Es ist übrigens gewiss, dasssich der Einfluss von a schon geäussert haben müsste,wenn es auch nur 0“1 in Zeit betrüge, welches dieSumme der Parallaxen beider Sterne = 1+ voraus-setzen würde. Ein Umstand, der die obigen Zahlenetwas zweifelhaft machen könnte und der mich veran-lasst, die Grenzen von a so weit auszudehnen, liegt indem grossen Declinationsunterschiede beider Sterne,der die Beobachtungen von der Lage des Mittagsfern-rohrs sehr abhängig macht. Zwar habe ich oft dasAzimuth und die Culminationslinie des Fernrohrs unddas Nivellement der Axe durch Beobachtungen unter-suchen können, allein es lässt sich dessenungeachtetnicht leugnen, dass doch noch kleine Unsicherheitenübrig geblieben sein können, die man fürchten muss,weil die Voraussetzung der Aufhebung dieser Fehlerdeshalb vielleicht nicht für völlig rechtmässig gehaltenwerden kann, weil die Aufstellung des Passageninstru-ments in der Zwischenzeit nicht so oft geändert wurde,als es diese Voraussetzung erfordern würde. Dieser Fehlerist eigentlich der einzige, dessen Einfluss man fürchtenmuss, denn Beobachtungsfehler und Fehler der Uhr wer-den sich der Wahrscheinlichkeit nach in einer Reihe voneinigen hundert Beobachtungen fast bis zum Verschwin-den aufheben. Aus dieser Ursache versprach ich mirvon der Untersuchung der Parallaxe des Procyon und« Aquilae einen noch glücklichem Erfolg, indem beideSterne fast auf einerlei Parallel stehen und die Beob-achtungen ihrer Ascensionsunterschiede von der Stell-ung des Instruments nur äusserst unerheblich afticirtwerden. 200 Beobachtungen dieser Sterne gaben mir:
50 Beobacht. 12" 12"’ 21+588 — 0,918«
50 „ 21,9018 + 0,220«
50 „ 21,8774 + 0,874«
50 „ 21,8836 + 0,968 a
Man sieht sogleich, dass sich eine weit bessere
Uebereinstiinmung wird erhalten lassen, wenn inan «einen positiven Werth beilegt. Nach der Methode desmoindres quarres findet man:
Diff. AP. 1755. 12 h 12 ,u 21*91745
« = + 0,04210
oder 0''031.ö im Bogen, welches die Summe der Parall-axen etwa jj" voraussetzt. Substituirt man diesen Wertlivon « in den Bedingungsgleichungen, so erhält maneine fast vollkommene Harmonie, indem die Fehler nur— 0+027, + 0+064, + 0+032 und —0+069 betragen.Es scheint also in der That, dass die Beobachtungen fähigsind, selbst eine so äusserst kleine Parallaxe zu verrathen.