Bestimmung der Entfernung des 01. Sterns des Schwans.
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8.-1. Bestimmung der Entfernung des 01. Sterns des Sehwans.*)
Astron. Nachr. !(!. p. 05.
Als es Bradley gelungen war, seine Beobacht-ungen in Kew und Wansted, welche die Entdeckungender Aberration und Nutation herbeifülirten, durch dieseallein genügend zu erklären, ohne dazu der Annahmeeiner jährlichen Parallaxe der beobachteten Fixsterne zubedürfen, liess er nicht unbemerkt, dass ein über eineSecunde betragender Werth derselben, den Beobacht-ungen der Sterne y Draconis und y Ursae majoris nichtentgangen sein würde. Indem er hinzusetzt, dass dieseSterne mehr als 400,000 Mal so weit als die Sonnevon uns entfernt seien**), geht hervor, dass er unterjährlicher l’arallaxe den Winkel versteht, welchen dieganze Erdbahn an den Sternen einschliesst.
Hierauf beruhet die später gewöhnlich gewordeneAnnahme, dass die jährliche Parallaxe der Fixsterne imAllgemeinen sehr klein sei.' Wenn diese Annahmeaber auch für die grosse Mehrheit der zahllosen Sternedieser Art unbezweifelbar ist, so ist doch eben so wenigzu bezweifeln, dass einige darunter weit näher sind,als die grosse Menge der übrigen; bis zu welcher Grenzedie jährliche Parallaxe dieser näheren Sterne steigenkann, kann aus der von Bradeey erkannten Kleinheit
*) [821 (1. a. Verz. — Auszüge dieser Abhandlung; vonlb:ssF.i. selbst in: Berliner Monatsberichte 1888 p. 157, MonthlvNotiees IV, p. 152; Comptos rendus 2. Sem. 1888 p. 785; fernerin: Sii.i.iman Am. Journ. XXXVI p. 200; vgl. auch Bursui.’k po-puläre Vorlesungen p. 208 (Sciu machkii's Jahrbuch f. 1839 p. 1).lieber die Geschichte der 1’aru.llaxenbestinnnungen bis 1842, s.1’ktkhs, Hec.herches nur la parallaxe etc. (Mdmoires Sc., matli. etphys. de St. l’etorsbourg T. V. p. 1—05); Fortsetzung der Unter-suchungen über die l’ar. von 01 Cygni von: Putkhk, ltecherchesetc. p. 00 fl. (absol. l’ar.), Astr. Nachr. Bd. 29, Ergilnzungsheft(Neuberechnung der B.'sehen Beobb.); Johnsox, ltadcl. Observ. V.14.; 0. Stkuvk, Nouvelle ddtermination de la parall. etc.; Auwuus,Astr. Nachr. 59, p. 289—384; endlich des letzteren „Untersuch-ungen iibor die Beobb. von Bksnui, und Sciimtkh am Königsb.Heliometer zur Bestimmung der l’ar. von 01 Cygni“ (Abhli. d.berliner Acad. 1808, vgl. auch V.TS der Astr. Gesellschaft IV. p.103 fl.); die Discussion sännntlicher durch instrumentale Aen-derungen in mehrere Gruppen zerfallender Beobb. von Bussei,Und SrnujTKit ergab hier: Bussei. erste 14 Monate 0”357; Besskt,letzte 3 Monate und Scm.üruu 0','53G; letzterer in naher Ueber-einstimmung mit dem wahrscheinlich genauesten Werth der Pa-rallaxe 01 Cygni von Stiuivu 0"ßl 1. — Br. m. 0. IV. 350, 419,4 25, 428 (0.), 429 fl. 433 (0.).]
**) Rioaud, Miscellaneous works and Correspondence of•Iamks Buabi.ey. Oxford 1832, p. 15.
Kesskl’s Abhandlungen. 2. Bd.
derselben für die beiden angeführten Sterne (denen maunoch mehrere andere, bei derselben Gelegenheit beob-achtete hinzusetzen kann), offenbar nicht gefolgert wer-den. Wenn man also auch des Mittels entbehrte, durchfortgeliende Verbesserung der Apparate und Beobacht*ungsmethoden, Grössen bestimmbar zu machen, welchedie von Bradley angegebene Grenze der jährlichenParallaxen jener Sterne nicht überschreiten, so würdeman dennoch die Hoffnung nicht verlieren, das Maassder Entfernungen anderer Sterne aus den Beobacht-ungen hervorgehen zu sehen.
Bei dem jetzigen Zustande unserer Kenntnisse desWeltgebäudes können wir nur zwei, in der Tliat nichtsichere Gründe der Vermuthung, dass ein Fixsternverliältnissmässig nabe sei, anführen; nämlich den op-tischen Grund, seine ausgezeichnete Helligkeit, undden geometrischen, seine ausgezeichnet starke eigeneBewegung. Dass beide täuschen können, ist nicht zubezweifeln; allein wenn eine Untersuchung über diejährliche Parallaxe eines Fixsterns unternommen wer-den soll, so sind sie dennoch die einzigen, welche seineWahl leiten können.
Bekanntlich ist die jährliche Parallaxe einigerSterne der ersten Grösse der Gegenstand mehrererneueren Untersuchungen gewesen. Piazzi fand im Jahr1805 beträchtliche, von 2" bis 10" gehende Wertliedieser Parallaxen für ce Tauri, « Canis maj., « Canismin. und « Lyrae, dagegen verschwindende für « Aurigae,ec Bootis und « Aquilae; er selbst war mit der Sicher-heit, mit welcher seine Beobachtungen diese Resultateergaben, zwar nicht zufrieden, hielt aber einen Werthder jährlichen Parallaxe von a Canis maj. von 4" fürwahrscheinlich. Sein Resultat für « Lyrae (2") wurdevon dem von Oalandrelli, aus Zenithsectorbeobacht-ungen in Rom gezogenen (4"4) noch iibertroffen. Ob-gleich diesen Bemühungen, zur Kenntniss der jährlichenParallaxen einiger Fixsterne zu gelangen, genügendeSicherheit nicht beigelegt werden kann, indem Piazzidie seinigen seihst verdächtig macht, und das von Oa-landrelli angewandte Instrument nicht geeignet ist,grosses Zutrauen zu seinen Leistungen zu erwecken, sostanden sie doch ohne Widerspruch, und man konntewirklich den Beobachtungen, welche zu ihnen geführthatten, nichts ausser ihnen selbst Liegendes entgegen-
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