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Zweiter Band. III. Theorie der Instrumente. IV. Stellarastronomie. V. Mathematik.
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Neue Untersuchung der lieductionselemente der Deelinationen und Bestimmung- der Declinationen der Fundamentalsterne. 257

die Richtung der Schwere bezogen werden konnte. Dieältere Reobachtungsreihe bestimmte dagegen zunächstdie Entfernungen der Sterne von dem Pole, welcherdurch Beobachtungen von Circumpolarsternen erkanntwurde. Vor diesen hat die Beobachtung des Nadirsdie Vorzüge, dass sie von der Heiterkeit des Himmelsnicht abhängig ist, also jederzeit vorgenommen wer-den kann, und dass das retlectirto Bild der Fäden demZittern der Luft nie unterworfen ist, welches die Sicher-heit der Beobachtungen von Sternen häufig vermindert.Ich halte also die regelmässige und häufige Anwendungdes Rolmenberger'schen Verfahrens für eine wesentlicheVerbesserung der Beobachtungsart.

Durch die Bekanntmachung meiner früheren Unter-suchung des auch gegenwärtig verfolgten Gegenstandes,ist die Beobachtung der von einer horizontalen Flächeretlectirten Bilder der Sterne in die Praxis der Stern-warten eingeführt worden. Damals benutzte ich zudiesem Zwecke die Oberfläche des in einem drei FussDurchmesser habenden Gefässe enthaltenen Wassers;allein auf der Greenwicher Sternwarte hat Pond eineweit kleinere Quecksilberfläche angewandt und dadurchvollkommen gelungene Beobachtungen erhalten. Ichbin diesem Beispiele gefolgt, indem ich die horizontaleFläche gleichfalls durch Quecksilber, in einer amalga-mirten, sehr wenig tiefen Schale von Kupfer enthalten,hervorgebracht habe. Dadurch gewinnt die Bequem-lichkeit der Anwendung des Verfahrens beträchtlich;auch verliert es seine frühere Beschränkung auf dieWärme der Luft, in welcher das Wasser nicht gefriert;endlich sind Schwankungen, welche durch Luftzug oderandere zufällige Bewegungen entstehen, in dem wenig-tiefen Quecksilbergefisse von weit kürzerer Dauer, alsin dem tieferen Wassergefässe. Ich wünschte, dass diedurch diese Einrichtung erlangte Erleichterung derBeobachtungen der retlectirten Bilder der Sterne häufigeund namentlich bis zu grösseren Entfernungen vomScheitelpunkte fortgesetzte Anwendungen zur Folgehaben möchte; allein wenn man sehr tiefe Sterne aufdiese Art beobachten wollte, so war es nöthig, dieuntere Hälfte der Durchschnittsklappen zu öffnen, wo-durch dem Luftzuge freierer Zutritt eröffnet wurde, wel-chen Herr Dr. Bi'scn selten schwach genug fand, umsolche Sterne häufig beobachten zu können. Ln Jahre1840 ist ein beträchtlicher Bau auf der Sternwartevorgenommen worden, wodurch sie zu dem Empfangeeines neuen Meridiankreises, welchen ich der Kunst derHerren A. & G. Rkpsodd verdanken werde, vorbereitetworden ist. Diese Gelegenheit habe ich benutzt, umauch dem Verschlüsse der Meridiandurchschnitte eine

Dkksels Abhandlungen. 2. Üd.

Einrichtung zu geben, welche den Luftzug ungleichbesser ausschliessen wird, als die frühere. Die häufigereund allgemeinere Beobachtung der reflectirten Bilderder Sterne war die zweite beabsichtigte Veränderung derfrüheren Beobachtungsart.

§ 2. Beobachtungen der Oircumpolarsterne.

Von 59 Sternen, welche bei der früheren Unter-suchung in beiden Culminationen beobachtet wordensind, sind für die gegenwärtige 90 ausgewählt worden,wovon jedoch drei (y Bootis, ij Herculis, « Aurigae )in der unteren Culmination unbeobachtet geblieben sind.Ihre Zahl wurde auf etwa die Hälfte vermindert, umdie zur allgemeineren Beobachtung ihrer reflectirtenBilder nothwendige Zeit zu gewinnen. Alle Beobacht-ungen sind, durch Vergleichung mit der um 180° ver-änderten Bestimmung des Nadirs und durch Hinzu-fügung des Theilungsfehlers des Kreises, so wie dieauf meine frühere Prüfung seiner Theilungen gegründete,S. VH1 der Abtheilung VII der Königsberger Beobacht-ungen vorkommende Tafel ihn angibt, auf scheinbareZenithdistanzen, und diese durch die Strahlenbrechung*-tafel, welche sich in den Tabulis ltegiomontanis findet,auf wahre Zenithdistanzen redueirt worden. Die früherbestimmte Biegung des Fernrohrs ist dabei nicht be-rücksichtigt worden, weil ihre neue Bestimmung einerder Gegenstände der Untersuchung ist. Das der Strahlen-brechung wegen angewandte äussere Thermometer istdurch die Methode untersucht worden, welche ich früher(Abth. VH. S. IX)*) bekannt gemacht habe; nachdemich die inneren Ungleichheiten seiner Röhre dadurcherkannt hatte, haben die Herren Pistor und Sciiiekihm eine neue, ihnen angemessene Scale gegeben, sodass es die wahre Temperatur so lange unmittelbar an-gibt, als die Bestimmung seiner beiden festen Punktenicht eine Aenderung erfahrt. Das Barometer ist nochdas früher benutzte, und seinen Höhen ist (Abth. VH I.S. IX) eine Pariser Linie hinzugesetzt worden. Fernersind die Entfernungen der reflectirten Bilder der Sterne,durch Hinzufügung von 0(003 tg Zen. -Dist., von dem5 Fuss unter der Axe des Instruments stehenden Queck-silbergefässe auf die Lothlinie des Instruments redueirtworden. Endlich ist Alles, durch die in den Tabb.Regiom. enthaltenen Hiilfsmittel, auf 1840 gebracht,welche Fljioche gewählt wurde, indem die Beobachtungenin die Zeit von 1850 bis zum Ende von 1840 fallen,ln der folgenden Zusammenstellung trenne ich die inbeiden entgegengesetzten Lagen des Intruments gemach-ten Beobachtungen, sowohl der Sterne selbst als ihrerreflectirten Bilder von einander.

*) [Vgl. die betr. Abh. unter VI1. Physik.]

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