Ueber einen Aufsatz von Ivory im Philosophical Magazine.
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128. Leber einen Aufsatz von Ivory iin Philosophical Magazine.*)
(Astr. Nachr. 5, p. 177.
Ich bin Ihnen sehr verbunden für die Mittheilungder beiden Hefte des Philosophical Magazine für Aprilund Mai 1826. Der Aufsatz des Herrn Ivory ist mirsehr auffallend gewesen, weil derselbe die Beschul-digung nicht undeutlich ausspricht, dass ich die Analyseder Aufgabe, die geodätischen Vermessungen zu be-rechnen, aus dem Juli-Hefte 1824 des Philosoph. Ma-gazine mir zugeeignet haben sollte.
Herr Ivory hätte bedenken sollen, dass man eineso niedrige Beschuldigung nicht einmal andeuten darf,wenn man sie nicht beweisen kann! Ich hoffe daher,dass Niemand von mir fordern wird, dass ich michgegen einen nicht begründeten Angriff dieser Artvertheidige.
Ich habe über diese Materie bis jetzt drei Aufsätze,in Ihren Astronomischen Nachrichten, drucken lassen:nämlich (Nr. 3. Dec. 1821 [Abh. 125]) eine Methode,die Dreiecksmessungen auf der Oberfläche der Erde sozu berechnen, dass die grossen Fehler vermieden wer-den, welche man begehen kann, wenn man die Lageder Dreieckspunkte, wie es fast allgemein üblich war,durch Entfernungen vom Meridian und Perpendikel an-gibt; ferner (Nr. 6. Januar 1822 [Abh. 126]) eine Me-thode, die Dreiecke auf der Oberfläche der Erde mitRücksicht auf die Ellipticität der Meridiane zu berech-nen, und also die Azimuthe und Entfernungen dergeodätischen Linien, welche die verschiedenen Punkteeiner Vermessung mit einander verbinden, richtig zuerhalten; endlich (Nr. 86. October 1825 [Abh. 127]) eineMethode, geographische Längen und Breiten aus geo-dätischen Vermessungen zu berechnen.
Ich habe Herrn Ivory’s Abhandlung vom Juli 1824weder gesehen, noch die Existenz derselben gekannt;dasselbe ist der Fall mit der 41. Nummer des QuarterlyJournal of the Royal Institution. Ich weiss daher nicht,wovon eigentlich die Rede ist, ob das Quarterly Journaleine Uebersetzung oder einen Auszug meiner drei Auf-sätze enthält, oder den letzten allein; ebensowenigweiss ich, ob Herr Ivory (Juli 1824) die ganze Materieoder nur einen Theil derselben behandelt hat.
In dem ersten Falle werden die oben angeführtenZeiten des Drucks meiner drei Aufsätze zeigen, dass
*) [2IG d. a. Verz. — Schreiben an Schumacher vom 14. Au-gust 1826.] '
wenigstens der Inhalt der beiden ersten mein unbe-streitbares Eigenthum ist. Was den letzten anbelangt,so bin ich, wenn er wirklich im Wesentlichen dasselbeenthält, was Herr Ivory vor der Bekanntmachung des-selben hat drucken lassen, sehr bereitwillig, HerrnIvory die Priorität zuzugestehen, denn ich bin immerder Meinung gewesen, dass das Datum des Drucks alleinüber das Eigenthumsrecht wissenschaftlicher Ansichtenoder Erfindungen entscheidet.
Doch da nicht sowohl hiervon die Rede ist, als vonder Zurechtweisung einer ungerechten Beschuldigung, soerlaube ich mir Einiges anzuführen, was beweisen wird,dass ich lange vor Juli 1824 im Besitze der Resultategewesen bin, welche mein dritter Aufsatz enthält.Ich habe nämlich bereits im Winter 1821—22 in ander hiesigen Universität gehaltenen öffentlichen Vor-lesungen alles das, was in meinen drei Aufsätzen ent-halten ist, vorgetragen, und bin daher im Stande, michauf das Zeugniss meiner Zuhörer zu berufen, von denenich die, bereits durch astronomische Arbeiten bekanntgewordenen, die Herren Argelander , Rosenberger,Scherk, Strehlke und Klupsz hier nenne. Fernerglaube ich, dass jeder aufmerksame Leser aus derForm meines zweiten Aufsatzes erkennen wird, dassich damals schon im Besitze der Materie des drittengewesen bin. ■— Ich halte dieses für hinreichend; alleinHerrn Ivory’s Aufsatz (Mai 1826) enthält einige Aeus-serungen, über welche ich noch etwas sagen muss, dasie nicht mich persönlich, sondern die abgehandelteMaterie betreffen.
Der Zweck meines dritten Aufsatzes war, eineMethode zu geben, durch welche die Längen und Brei-ten nicht bis auf die 2. oder 4. Potenz der Excentricitätgenähert, sondern so genau sollten berechnet werdenkönnen, als die trigonometrischen Tafeln, mit welchenman rechnen will, erlauben. Dieses sollte nicht blosbei Vermessungen von geringer Ausdehnung stattfinden,sondern allgemein für jede Ausdehnung derselben. Ichglaube dieses durch eine Rechnung erreicht zu haben,welche nicht erheblich mühsamer ist, als sie für diesphärische Figur der Erde sein würde. Diese Rechnungsetzt eine Hülfstafel voraus, welche 4 Octavseiten an-füllt, und welche dieselben Coefficienten ein für alleMal berechnet enthält, welche man, ohne die Hülfeder Tafel, in jedem einzelnen Falle berechnen müsste.