Band 
Ueber Feuer-Meteore, und über die mit denselben herabgefallenen Massen.
Seite
327
JPEG-Download
 

327

* Die einzige vorhandene Eisen»,äffe dieser Art, an welcherdas Niederfallen als Thatsache ist beobachtet worden, ist diebey H r a d s ch i n a im A g r a m e r C o m r t a t am 26. May1701 gefallene Masse, von der schon in den beyden vorigen Ab-theilungen an den in der chronologischen Folge ihr zukommendenStellen geredet worden ist. An dieser Masse hatv 0 n W id-nian st ädten die durch Aetzung sichtbar werdenden Hellern unddunkler» Streifen zuerst bemerkt; an einer von ihm geatztenFlache des Stückchens in meiner Sammlung sind sie sehr deut-lich zu sehen, und an einer Seite ist im Bruche das blattrige undtafelförmige Gefüge sichtbar. Uebrigens zeigt die flache und wiehingeflossene Gestalt der etwa 7, Wiener Pfund schweren Massenebst den wellenförmigen Unebenheiten ganz deutlich, daß dasEisen in einem Zustande der Schmelzung war, wie denn auchdas von denen die in der Nähe waren, gesehene Herabkommenin Gestalt verwickelter feuriger Ketten dasselbe lehrt.

* In Elbogen , einer Kreisstadt in Böhmen , nahe beyCarlsbad , war seit unbekannter Zeit eine Eisenmasse unter demNahmen : Der v e r w ü n sch t e B u r g g r a f, auf den, Rath»Hause aufbewahrt, welche auch in S ch a l l e r's T 0 p 0 g r a p h i ev 0 n B ö h m e n , B. 11, S- 6, erwähnt ist. Sie ward immerals etwas Außerordentliches angesehen, und es waren mancher-ley VolkSsagen davon vorhanden. Aus diesen und aus der Be-nennung laßt sich einiger Maßen vermuthen, daß ein tyrannischerBurggraf, als er die Unterthanen in der Vorstadt Rab icz zuden Frohnarbeiten selbst zusammenlautete, dadurch sey getödtetworden, wo hernach Manche geglaubt haben, er sey in dieseMasse verwandelt worden, und Andere, es sey das geschmolzeneMetall der Glocke gewesen. Wenn etwas Historisches dabey zumGrunde liegt, so müßte es sich in der letzten Halste des ist"»,

in unserm Wclttheile, so wie auch an der Baffinsbay, derglei-chen Massen gefunden haben, weil schon von solchen, welche dieMeteor-Massen gern für tellurisch oder atmosphärisch, oderüberhaupt lieber für irgend etwas anderes, als für das , was siewirklich sind, halten niöchtcn, war behauptet worden, sie hakteneine Beziehung auf das Klima, und müßten sich in der Nahedes Aeguawrs häufiger finden, als in Gegenden, die weitetvon entfernt' sind.