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mit einer bekannten Figur, insbesondere aber ihre Uebereinstimmung mit andern ähnlich gestalteten Meteor-Steinen amdeutlichsten auöspricht. Der Stein ist diesem zu Folge auf seiner Grundfläche (ihn als Pyramide betrachtend) liegend,von der einen breiten, convexen Seitenfläche etwas gewendet vorgestellt, um den ganzen Umriß, eine zweyte Seiten-fläche mit der verlängerten Kante und der vorspringenden Ecke, und die obere Endfläche ersichtlich zu machen.
L' A i gle.
Einer von den großem Steinen von dem besonders ergiebigen Steinregen (i), der sich am 26. April 1803 , Nach-mittags gegen 1 Uhr, zu L'Aigle (Departement de Tönte, der ehemahligen N0 rm a ndie) in Frankreich (et-wa 25 franz. Meilen westlich von Paris ) ereignete, von beynahe 2 Pfund am Gewicht.
Es ward derselbe noch im Laufe desselben Jahres, in welchem sich die Begebenheit zutrug, in Wien zu Kaufegebothen, und von dem damahligen Director, Abbe Stütz, für das k. k. Mineralien-Cabinett angekauft.
Er ist vollkommen ganz und um und um überrindet, nur ist er hie und da an den Kanten etwas abgestoßen, undeine Ecke ist abgebrochen, die sich aber dabey befindet.
Obgleich dieser Stein auf den ersten Anblick sehr unregelmäßig geformt zu seyn scheint, die Flächen sehr unebenund ungleich, und die Kanten sehr verdrückt sind; so ist doch bey näherer Betrachtung desselben eine bestimmte, und,wie es scheint, nur zufällig verunstaltete Grundform unverkennbar, und auffallend die Uebereinstimmung mit dem vorherbeschriebenen Steine von T a b 0 r.
Er bildet nähmlich ebenfalls eine verschoben und Ungleichseitig vierseitige, abgestumpfte, niedere Pyramide, de-ren Grundfläche etwas über 5 Zoll, die obere Endfläche 2 ^ Zoll, in beyden Durchmessern, und deren Höhe beynahe2 |- Zoll mißt.
Die Grundfläche ist sehr gewölbt, und ebenfalls durch Abstumpfung einer Kante, die aber hier besonders starkist, so daß gleichsam eine neue Fläche durch dieselbe gebildet wird, sehr, und um so mehr verunstaltet, als auch diegegen über stehende Kante einiger Maßen abgestumpft und stark verdrückt ist. Uebrigens hat. diese Fläche nur wenigeseichte Eindrücke.
Absprengung eines Stückes, und folglich dem Mangel des benöthigten Zeit-Moments zu ihrer Bildung, welches am gewöhn-lichsten wohl der Fall seyn dürfte, sondern vielmehr der individuellen Beschaffenheit und dem besondern Mengungsverhältniffeder Trundmasse an diesen Stellen, welche der Rindenbildung mehr Widerstand leisteten, zuzuschreiben sey, wie denn auch dieseStellen nur sehr klein sind, und keinen Verlust der Maffe erkennen lassen. Ich verweise übrigens hinsichtlich dieser Beschaf-fenheit der Rinde, welche sich mehr oder weniger beynahe auf jedem einzelnen Meteor-Steine findet, wie ich zuerst bemerkthabe, und welche um so merkwürdiger ist, da sie unö am ersten über die höchst räthselhafte, und zur Zeit noch gar nicht be-friedigend erklärte Entstehung und Bildung der Rinde an den Meteor-Massen überhaupt Aufschluß geben könnte, auf die Er-klärung von Fig. 3 und 4 der sechsten Tafel, und hinsichtlich der mannigfaltigen Beschaffenheit derselben überhaupt auf jenesämmtlicher Darstellungen auf der vierten, fünften und sechsten Tafel, und im Allgemeinen aus meinen Aufsatz in G i l-bert's Annalen B. 3r, und bitte damit zu vergleichen, was, hinsichtlich ihrer Entstehung und Bildung, Hr. Professor v.Scher er an demselben Orte, und Hr. v. Chladni in seinem neuesten Werke vorgebracht haben.
O) Im strengern Sinne; denn es fielen doch zwischen zwey und drey Tausend Steine auf einen Flächenräum von höchstens 2 französ.Quadrat-Meilen, und zwar auf drey Erplosions - Puncte beschränkt, die zusammen wohl kaum den fünften Theil dieses Flä-chenraums betroffen haben mochten. Das Gesammtgewicht, nach einem ähnlichen Maßstabe, wie bey dem Ereignisse vonStannern, geschätzt, dürste wohl 3o bis 40 , vielleicht 5o Zentner betragen haben, da viele der Steine 3 bis 5, mehrereselbst zwischen 10 und 17 Pfund wogen. Außerdem, daß dieses Ereigniß, eben dieser Ergiebigkeit und der günstigen Um-stände wegen, —■ daß sich dasselbe nähmlich in einer so bewohnten und cultivirten Gegend, und bey Hellem Tage zutrug,— nichtnur das meiste Aufsehen in neuester Zeit erregte, und die schlummernde, bisher nur von Zeit zu Zeit durch minder bedeu-tende Vorfälle ähnlicher Art, und oft aus weiter Ferne her, schwach angeregte Aufmerksamkeit auf diese wunderbaren, undwie sich's bey Erwachung dieser bald zeigte (denn noch in demselben Jahre wurden drey ähnliche beobachtet, und eine davonselbst noch innerhalb den Gränzen des alten Frankreichs , — bey Apt, Departement Vaucluse , October i8o3 —), keines-wegs so seltenen Naturerscheinungen, erweckte, sondern auch nicht wenig beytrug, durch eine, auf Veranlassung des National-Jnstituts in Paris , von einem berühmten Physiker (B i o t) an Ort und Stelle vorgenommene legale und wissenschaftliche Un-tersuchung und Bewährung des Factums, den noch ziemlich allgemein vorherrschenden Unglauben an die Realität solcher Bege-benheiten zu verscheuchen; so ist es auch, aus eben diesen Gründen und durch den Speculations-Geist eines Pariser Minera-lien-Händlers (Lambotin), dasjenige, wovon die meisten Belege erhalten wurden und in die Welt kamen. /
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