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noch so sehr entgegen gesetzten Flachen, an ein und demselben Steine, und die Uebereinstimmung hierin bey allen Meteor-Steinen im Allgemeinen; die unwiderleglich von der Beschaffenheit der Oberfläche abhängigen Hauptverschiedenheiten derselbenan ein und demselben Sreine; die offenbare, allmähliche und stufenweise Ausbildung derselben; und der unverkennbare Ueber-gang ihrer Massentheilchen in jene der Steinmasse, und umgekehrt, wo beyde sich im Contacte befinden (wie sich aus der mi-kroscopischen Betrachtung ergibt) u. s. w., lassen sich wohl schlechterdings nicht durch eine Uebergießung oder Bespritzung vonAußen her erklären. Endlich läßt sich daS, nach meinen Beobachtungen nur höchst selten (meiner Ueberzeugung nach bishernur an diesem einzigen beschriebenen Bruchstücke) und nie tief im Innern eines Steines sich zeigende wirkliche Vorkommen vonRrnde in Gestalt von Flecken, deren Form, Beschaffenheit und Zusammenhang mit der Steinmaffe (nach obigem), so wiedie Art des mehr alS problematischen Vorkommens derselben in Adern, Gängen und Lagen (wovon seines Ortes) wohl nichtmit der Idee einer Einknetung und Zusammenklebung vereinigen, als welche einerseits einen ziemlich tuniultuarischen (Gäh-rungs-) Prozeß bey jedem einzelnen Steine nach dessen Jndividualisirung, Bildung und bereits schon ein Mahl vollendeterJncrustirung, andererseits ein häufiges Zusammentreffen, Zusammenpassen und Wiedervereinen der bereits mit Gewalt losge-trennten und weit weg und aus einander geschleuderten Steine und Bruchstücke voraussetzen, mit welchen die Regelmäßigkeitund Uebereinstimmung so vieler Steine in der Form (der Grund - Typus), die Beschaffenheit der Flächen und Kanten (welchebeyde Umstände schlechterdings keinen solchen Grad von Weichheit nach einmahl geschehener Jncrustirung denken lassen), derentfernte Niederfall der einzelnen Steine von einander (der meistens einen Zwischenraum von 2 bis 3 oo, oft 1000 und mehrKlafter beträgt) u. s. w., ini offenbarsten Widerspruch zu stehen scheinen.
Eher könnte ich der Meinung meines Freundes, deS Hrn. Prof. v. Scher er (welcher früher gleichzeitig und zum Theilgemeinschaftlich mit mir über diesen Gegenstand arbeitete, und seine Bemerkungen über die Beschaffenheit und wahrscheinlicheEntstehung der Rinde an den Steinen von Stannern, in einem gleichzeitigen Aufsätze in Gilbert's Annalen Bd. 3 i be-kannt machte), beypflichten, nach welcher die Rinde in einem Nu, und gleichsam mit Blitzesschnelle, und zwar im Momenteder Vereinzelung, Jndividualisirung der Steine, über alle zugleich, und über deren ganzen Umfang auf ein Mahl, nur mitverschiedener Intensität der wirkenden Potenz, demnach mit einigen Modificatione», gebildet wurde, und jene Potenz in derElektricität zu suchen sey» möchte; wenn sich darnach einige Eigenheiten derselben, z. B. die vielen und auffallenden Hauptver-schiedenheiten und häufigen stufenweisen Modifikationen und Uebergänge der Rinde (deren, wie gezeigt worden ist, immer aneinem und demselben, oft sehr kleinen Steine, mehrere, 2 bis 5 , deutlich unterschieden, aber nicht wohl begreiflich von einerso vielfachen Verschiedenheit der Intensität, der sie auf ein Mahl erzeugenden Potenz, abgeleitet werden können), befriedi-gend erklären ließen; wenn ihr nicht ferner eimge Erscheinungen bey dem Ereignisse selbst, z. B. das bey diesem, so wie über-haupt bey allen ähnlichen Ereignissen, wo viele Steine fielen, ganz einstimmig gleichartig beobachtete, fortgesetzte, einem klei-nen Gewehr- oder Pelotonfeuer ähnliche Getöse nach den Haupt-Detonationen (welches wohl nur von einem wiederhohlten,successiven Zerplatzen und Zerspringen der einzelnen Steine während ihres Falles hergeleitet werden kann); das so ausnehmendschiefe und sanfte Auffallen mancher einzelner, ziemlich großer Steine, so daß sie kaum merklich die Erde streiften und eineStrecke fortrollten (welches eine horizontale Wurfbewegung voraussetzt, die sich mit der Höhe, auf welcher die Hauptzerpla-tzung vorging, der gegenwirkenden Schwerkraft wegen, schlechterdings nicht verträgt, daher eine spätere Zerplatzung eineseinzelnen Steines im Falle, auf minderer Höhe, und die Lossprengung eines Stückes davon in solcher Richtung vorausgesetztwerden muß) u. s. w. — im Wege stünden; und wenn es endlich nicht ganz an allen Wahrnehmungen fehlte ( worauf insbe-sondere und mit Vorbedacht bey der Untersuchung der Begebenheit zu Stannern alle Rücksicht genommen wurde), die dasSpiel oder den Einfluß der Elektricität bey diesen Ereignissen nur einiger Maßen bewähren könnten. Dagegen bin ich mitdiesen beyden scharfsinnigen Physikern vollkommen einverstanden, wenn sie behaupten, die Rinde der Meteor-Sreine sey dasProduct eines Prozesses, das mit keinem Producte der uns bekannten natürlichen und künstlichen Schmelz-Prozesse (wennjener Rinde bildende ja in die Reihe solcher zu stellen seyn sollte) einige Aehnlichkeit habe, weßhalb wir uns auch zur Zeit keinenrichtigen Begriff von ihrer Bildung machen können.
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