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Beyträge zur Geschichte und Kenntniss meteorischer Stein- und Metall-Massen und der Erscheinungen, welche deren Niederfallen zu begleiten pflegen.
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rauhes, sandsteinartiges Ansehen, und eine lichter oder dunkler aschgraue, selten ins Weiße oder Gelbliche, meistensins Bläuliche ziehende Farbe.

Es kann dieser Gemengtheil, rückßchtlich der übrigen, seiner Gleichförmigkeit wegen, und da er meistens mehroder weniger, und oft sehr bedeutend über alle übrigen zusammen, oder doch über jeden derselben einzeln genommen,an Menge vorwaltet, als Haupt- oder Grundmafse angesehen werden, und dieß um so füglicher, als alle übrigen Ge-mengtheile aus dieser Masse gebildet oder ausgeschieden worden, aus ihr entstanden oder hervor gegangen seyn dürften,als zu welchem Schlüsse nicht nur die philologisch-oryktognostischen, sondern insbesondere die physisch-chemischen Un-tersuchungen , auf deren Resultate gehörten Ortes hingedeutet werden wird, zu berechtigen scheinen.

Die Abweichungen dieser Grundmase in obigen Eigenschaften, obgleich sie in den extremsten Gliedern sehr auf-fallend sind, gehen durch Zwischenglieder so allmählich in einander über, daß zuletzt aller Abstand verschwindet; beson-ders merkwürdig aber ist, daß mehrere dieser Abweichungen, zumahl in Dichtheit und Farbe, und zwar oft in einemsehr merklichen Grade, nicht selten bey Steinen von einem und demselben Ereignisse, ja selbst bey Bruchstücken einesund desselben Steines vorkommen, so drß sich solche, zumahl wenn ähnliche Abweichungen hinsichtlich der übrigen Ge-mengtheile, wo sie noch weit gewöhnlicher und ungleich mannigfaltiger sind, zugleich Statt finden, oft mehr von ein-ander unter sich, als von Bruchstücken ganz anderer, nach Zeit und Ort des Riederfallens sehr verschiedener, Meteor-Steine unterscheiden (l).

Im Bruche gibt diese Masse nach )em verschiedenen Cohäsions-Zustande wenn dieser oder vielmehr der durchdie übrigen Gemengtheile vermittelte Acgregats - Zustand nicht so locker ist , daß sie bröcklig oder sandsteinartig körnigzerfällt, was jedoch höchst selten der Fall ist größere oder kleinere, unbestimmt eckige und ziemlich scharfkantige, undan den äußersten Kanten bisweilen selbst llwas durchscheinende Bruchstücke, und geschliffen nimmt sie nicht selten einenbedeutenden und andauernden Grad von Politur an.

Nach obigem Maßstabe ist die Messe auch mehr oder weniger leicht, wenn ganz rein, meistens sehr leicht, zuPulver zu stoßen, und zuletzt zum feinstm Pulver zerreiblich.

Das gröbere Pulver unter dem Miiroscope betrachtet, zeigt, auch bey vollkommen erdigem Ansehen der Masse imGanzen (wie bey den Steinen von Sieia, Benares , Stannern), ein Gemenge von mehr oder weniger krystal-linischen, durchscheinenden, zum Theil drrchfichtigen, unbestimmt eckigen, ziemlich scharfkantigen Körnern , von krystall-weißer, gelblicher, gelblichgrüner und gmnlicher, in einander übergehenden Farben, meistens in größerer, und vonhalb krystallinischen, theils halb durchscheinenden, theils ganz undurchsichtigen, grauen, blau - und rauchgrauen Par-tikelchen, gewöhnlich in geringerer Menpe. Erstere scheinen in diese, diese in andere, meistens doch nur in einem sehrgeringen Verhältnisse, oft nur einzeln vorhandene, schwarze, glänzende kleine Massen überzugehen, die ein etwas schla-ckiges und der Kohlenblende ähnliches Aisehen haben. Gewöhnlich zeigt sich noch eine vierte Art von Massentheisthenin jenem Gemenge, obgleich meistens nur in sehr geringer Menge, bisweilen jedoch vorwaltend, als weiße oder grau-liche, mehr erdige, undurchsichtige, oler doch nur schwach und theilweise durchscheinende, dem verwitterten Feldspatheähnliche Theilchen, welche, oft innig nit den Partikelchen der zweyten Art verbunden, in andere übergehen, die eigent-lich nicht mehr der Hauptmasse anzugehören scheinen, und von welchen bey Gelegenheit des einen metallischen Gemeng-theiles der Steinmaffe (des Gediegeneisens und der damit verbundenen Rostflecke) die Rede seyn wird.

Die kleinen schwarzen Massen sind etwas schwerer zu Pulver zu stoßen, und lassen beym Zerreiben gewöhnlich einkleines Metalltheilchen zurück, das sich auf dem Amboße, obgleich etwas schwer, fletschen läßt, auch werden sie von derMagnetnadel angezogen; die grauen Partikelchen werden es nur in so ferne, als sie mit jenen oft innig verbunden sind;die krystallinischen durchsichtigen aber gar nicht.

Aus dieser Beschaffenheit (2) der Massentheilchen dieses einen, die Grundmasse der Meteor-Steine constituiren-

(1) Dieß ist z. B. vorzüglich bey den Steinen von Chantonnay, L'Aigle , Barbotan, Weston, Charsonville, Agen , Lissa, und

zum Theil selbst bey denen von Stannern der Fall, und manche Bruchstücke eines einzelnen dieser Steine sind sich weit unähn-licher, als es oft Bruchstücke von Steinen von Eichstädt und Timochin, von Apt und Berlanguillas, von Aork, Glasgow und Toulouse , von Tipperary und Limerik, von Siena und Parma gegen einander sind, ja oft sind jene manchen von diesen>nehr ähnlich, als sie es unter sich selbst sind.

(2) Obige Beschreibung ist das Resultat einer mühsamen, schon 1808 vorgenommenen, vergleichenden, mikroscopischen Betrach-tung von zehn verschiedenen Meteor-Steinen, die mir damahls zu Gebothe standen (nahmentlich des von Eichstädt; der von

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