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Beyträge zur Geschichte und Kenntniss meteorischer Stein- und Metall-Massen und der Erscheinungen, welche deren Niederfallen zu begleiten pflegen.
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weitn je, durchaus von ganz einerley Beschaffenheit findet, abgesehen selbst von Form und Größe; daß er im Gegen-theile gewöhnlich, selbst in einem und demselben Bruchstücke eines Steines, sollte dieses auch nur ein paar Zoll Ober-fläche biethen, wenigstens in zwey oder drey, oft aber in noch mehreren, und nicht gar selten in einer ganzen Suitevon Zustandsveränderungen in allen oben angeführten Beziehungen erscheint: vom unvollkommensten, kaum von derGrundmasse unterscheidbaren Zustande, bis zum vollkommenst ausgebildeten, scharf geschiedenen, vollkommen glasarti-gen; und nicht minder merkwürdig ist es, daß er sich eben so und oft in einzelnen Zustandöverschiedenheiten, ganz aus-nehmend ähnlich, bey, nach Zeit und Ort des Niederfallens, sehr verschiedenen, übrigens im Ganzen oder in andernBeziehungen mehr oder minder sich ähnlichen, Steinen zeigt, und solcher Gestalt einerseits die Unterscheidung solcher,sich oft ganz ähnlicher Steine oder Bruchstücke verschiedener Abkunft die sonst durch ihn, gerade der vielen Modifi-kationen wegen, in welchen er vorkommen kann, am leichtesten wäre sehr schwer und unsicher macht; andererseitsaber einen und oft ausschließlichen Anhaltspunct zur Wiedererkennung und Nachweisung einer Analogie zwischen sonstgar sehr heterogen scheinenden Massen darbiethet; so wie er denn auch die Homogeneität der Materie, die Gleichförmig-keit des Bildungs - Prozesses und die Allgemeinheit der Herkunft aller dieser Massen bewährt, und den vorzüglichstenCharakter der natürlichen Dersippung derselben begründet. Und so wie einerseits diese mannigfaltigen Modificatione«und die unverkennbaren Uebergänge derselben in einem und demselben Bruchstücke, so wie die Uebereinstimmung darin inverschiedenen, der Grundmasse und allen Beziehungen nach oft sehr von einander abweichenden Steinen, und das all-mähliche , oft kaum erkennbare Hervortreten dieses Gemengtheiles aus der Grundmasse die Homogeneität desselbenmit dieser bewähren, welche auch die Analyse bestätiget (i), und auf eine bloße Zustandsveränderung der Masse, durchwelche diese Umbildung oder Ausscheidung in verschiedenen Graden bewirkt wird, schließen lassen; so scheint wohl ande-rerseits auch aus denselben, so wie aus der Suite der oryktognostischen Merkmahle (2), und den Resultaten der physi-schen (5) und chemischen (4.) Untersuchungen, die vollkommenste Identität dieses Gemengtheiles, trotz dessen anschei-nender Verschiedenheit, nach den verschiedenen Graden seiner stufenweisen Ausbildung, nicht nur in allen eigentlichenMeteor-Steinen, sondern auch mit der olivinartigen Substanz (5) im sibirischen Eisen, hervor zu gehen, und man

(1) Wie bereits in einer früheren Note gezeigt worden ist.

(2) Gefüge, Festigkeit, Harte, Bruch, Bruchstücke, Durchscheinenheit, Glanz, und vollends die Farbenreihe, die, wie vorzüg-lich die Massentheilchen zeigen, Grün immer zum TypuS hat, welche den mannigfaltigen Zustandsverschiedenheiten und ihrenallmählichen Uebergängen entsprechen.

( 3 ) Das specifische Gewicht kann der Kleinheit der Massen wegen nicht wohl bestimmt werden, auch muß dasselbe nach den verschie-denen Zustandsveränderungen nothwendig abweichen, und nach dem sehr abweichenden Gehalte an verlarvtem sowohl, als selbstan mechanisch eingemengtem metallischen Eisen (der bey diesemGemengtheile in den Meteor-Steinen gewöhnlich ungleich grö-ßer ist, als bey der olivinartigen Substanz im sibirischen Eisen) sehr verschieden seyn. Das specifische Gewicht der olivinar-tigen Substanz im sibirischen Eisen (=^ 3,263 bis 3,3 nach Bournon) stimmt aber ganz genau mit jenem des terrestrischenOlivins übcrein (:= 3,225 nach Werner; 3,265 nach Kl a pr 0 th). Die Schmelzbarkeit, die Graf Bournon mit einemKügelchen aus einem Steine von Benares erprobte (wo dieser Gemengtheil zwar besonders ausgeschieden, aber eben m keinemhohen Grade von Ausbildung vorkommt), ist eben so schwer, wie die der olivinartigen Substanz im sibirischen Eisen und diedes terrestrischen Olivins .

( 4 ) In so ferne die Zustandsverschiedenheiten dieses Gemengtheiles von dem Mischungsverhältnisse abhängen, in so ferne mag wohlauch dieses sehr mannigfaltig seyn, inzwischen wich dasselbe nach Howard's Analyse bey einer Masse der Art aus einemSteine von Benares nur höchst unbedeutend von jenem ab-, welches er bey Zerlegung der olivinartigen Substanz aus dem sibi-rischen Eisen erhrelt, und zwar wohl zu bemerken selbst weniger, trotz der Verschiedenheit beyder Massen im Aeußern,als das von K l a p r 0 t h bey derselben Substanz gefundene von dem seinigen. (Howard erhielt nähmlich aus dem kugelich-ten Gemengtheile des Steines von Benares 5 o Percent Kiesel - und >5 Percent Talkerde, und aus der olivinartigen Sub-stanz des sibirischen Eisens 54 Percent Kiesel- und 26 Percent Talkerde; Klaproth dagegen aus derselben Substanz vonersterer 41, von letzterer aber 38 Percent. Den Hauptunterschied macht der Gehalt an Eisen, wovon Howard aus derkugeüchten Masse 34 Percent, aus letzterer nur »6, und Klaproth »8 Percent erhielt.) Und noch unbedeutender ist dieAbweichung im Mischungsverhältnisse zwischen dieser und dem terrestrischen Olivin (in welchem die Kieselerde 5 o bis 62, dieTalkerde 87 bis 38 , und das Eisen 10 bis 12 Percent beträgt); auffallend dagegen die nahe Uebereinstimmung darin zwi-schen allen drey Substanzen und der Gesammtmasse der Steine von Erpleben und Chaffigny. (Klaproth erhielt aus erste-rem nebst etwas Kalk - und Alauner-de, Nickel, Mangan, Chrom und Schwefel 35 £ Percenr Kiesel - und 26 £ Per-cent Talkerde und 3 » Percent regulinisches Eisen; Stromeyer aus demselben nebst den gleichen Nebenbcstandtheilenund % Percent Natrum 361 Percent Kiesel- 28^ Percent Talkerde und 24 £ Percent metallisches und 5 s Percentoxydulirtes Eisen. Bau quelln fand im letzteren ohne Nebenbestandtheile, außer 2 Percent Chrom 33 PercentKiesel- 82 Percent Talkerdc und 3 > Percent Eisenoxyd.)

( 5 ) Schon Graf Bournon hat auf diese Identität aufmerksam gemacht. Und so wie einzelne Massen dieses Gemengtheiles in

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