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Die eine Gruppe findet sich am nördlichen Ende des Feldes, bey dem Orte Neu st ist und zwischen diesem unddem Orte Roschitz, und begreift vier Fallsstellen, die sich ziemlich nahe sind, so daß die einzelnen Steine kaum500 bis 400 Klafter weit von einander entfernt zu liegen kamen, und einen Flächenraum von etwa 200,000 Qua-drat-Klafter einschließen. Die zweyte Gruppe zeigt sich ziemlich genau im Mittel des elliptischen Feldes und ungleichbeträchtlicher an Zahl der Fallsstellen sowohl als an Ausdehnung, in und um Stannern, bey Sorez, Falke-nau und bis über Mitteldorf und Otten in W. und gegen Ha sliz in O. hinaus. Sie begreift 56 Fallsstel-len, wovon 16 gewisser Maßen die Hauptgruppe oder das Mittel derselben bilden, die sich zum Theil besonders nahesind, nähmlich auf 100, 200 bis 500 Klafter, und zusammen einen Flächenraum von kaum 600,000 Quadrat-Klaf-ter einschließen; die übrigen liegen mehr zerstreut und in weit großem Entfernungen, so daß manche 400 bis 600 Klaf-ter von einander und die äußersten in O. und W. (Nr. 51 und 65) von einem als wahrscheinlich anzunehmenden Mit-telpuncte der Gruppe, über 1000 und bey 1600 Klafter abstehen, und so daß alle 56 Fallsstellen einen Flächenraumvon nahe an 5 bis 6 Millionen Quadrat-Klafter einnehmen (1). Die äußerste, höchst wahrscheinlich zu dieser Gruppegehörige Fallsstelle gegen N. (Nr. 55) steht von der äußersten der vorigen Gruppe gegen S. (Nr. 61) über 1000Klafter ab, so daß im elliptischen Felde zwischen diesen beyden Gruppen ein steinfreyer Zwischenraum von wenigstens2 Millionen Ouadrat-Klafter auffällt. D>e dritte Gruppe endlich findet sich gegen das südliche Ende des Feldes, zwi-schen und über den Orten Hungerleiden, Lang- und Klein-Pirnitz, und zeigt sich ebenfalls se^r beträchtlichan Zahl der Puncte und an Ausdehnung Erstere beläuft sich auf 26, wovon wieder mehrere, zumahl 10, sich ziem-
(1) Diese beträchtlichen Fallsentfernungen setzen eine, den einzelnen Bruchstücken mitgetheilte, horizontale Bewegung und eine Wurf-kraft voraus, die sich, bey der Höhe in der jene Explosionen, welche selbe bewirken sollen, vorzugehen scheinen, einerseitsMit dem specifischen Gewichte dieser Mäzen und der daraus resultirenden und jener entgegen wirkenden Schwerkraft, anderer-seits mit der leichten Zersprengbarkeit, dem lockern Cohäsions-Zustande, in welchem sie wenigstens zur Erde kommen, nichtwohl^usammen reimen lassen. Und noch mehr als diese beträchtlichen Fallsentfernungen der Steine sprechen für die Gewalt,welche die Explosionen der Masse bewirkt , die ausnehmende Stärke und die weite Ausdehnung des Getöses, das dieselben be-zeichnet , und welches bey allen ähnlichen Ereignissen in einem ziemlich gleichen Grade und von auffallend gleichförmiger Artbeobachtet wurde. So verbreitete sich bey diesem Ereignisse — nach den Resultaten einer im Laufe desselben Jahres noch vondem Kreisamte zu Jglau einvernehmlich mit den angränzenden Kreisämtern von Znaim in Mahren , Czaslau und Labor inBöhmen , und von Korneuburg und Krenü in Oesterreich (deren so wie aller untergeordneten Behörden thätige Mitwirkungüber hundert, mit Protokollen und andern Documenten belegte, Amtsberichte bewährten) in dieser Beziehung gepflogene Un-tersuchungsverhandlung — das Getösi — wenigstens jenes der Haüpt-Detonationen — von Stannern aus — den Ortselbst als Mittelpunct angenommen —> in N. gegen Czaslau auf 4, in O. gegen Brunn auf 9 , in S. gegen Stockerau undin W. gegen Labor selbst bis auf »4 Meilen weit, und zwar mit solcher Stärke noch, daß mit demselben, wenigstens nach je-nen wettern Richtungen hin, auf eine Entfernung von 9 bis >2 Meilen von jenem Mittelpuncte, eine Erschütterung der Ge-bäude und ein Klirren der Fenster bemerkt wurde. (Merkwürdig ist, daß die Gränzen des Flächenraumes, über welchen sichdieses Getöse ausgebreitet hatte, die iy nach den , mit den Berichten erhaltenen, sehr genauen Angaben und nach den be-zeichneten Ortschaften auf eine Karte wertrug, eine ähnliche und jener des von den Steinen befallenen Flächenraumes ent-sprechende Ellipse gaben, beten größer« Achse ebenfalls wie die von jener von N. N. W. gegen S. S. O. und derselben sehrparallel lief, und daß izamit auch ganz auffallend die Richtung und Ausdehnung des iü Begleitung des Phänomenes beobach-t teten und unbezweifelbar mit demselben zusammenhangenden Nebels überein kam, der nur auf engere Gränzen als das Ge-töse beschränkt war, indem sich derselbe in S. auf 6, in N. kaum auf 4, in W. nur wenig weiter, in O. nicht einmahl soweit erstreckte. Daß der Nebel sowohl als vorzüglich daö Getöse sich bedeutend weiter gegen S. und W. als gegen N-und O. ausgedehnt haben, mag wohlNebenumständen zuzuschreiben seyn, die leicht darauf Einfluß gehabt haben konnten,z. B. dem Luftstrome — obgleich währmd der Dauer des Ereignisses, so wie selbst den ganzen Tag über- wenigstens in derniederern Region, die Atmosphäre volkommen ruhig war — zum Theil auch dem Niveau des Terrains, das sich gegen O.und vorzüglich gegen N. beträchtlich erlebt —■ obgleich diese Erhebung bey der Höhe, in welcher die Explosionen Statt ge-funden zu haben scheinen, geradezu keilen großen Einfluß auf die Verbreitung des Schalles gehabt haben kann. '—)
Wenn man nun erwäget, daß der Umfang der bey diesem Ereignisse niedergefallenen Masse im Ganzen (als Feuerkugel)— deren Form als sphäroidisch sich gedlcht und die physische Beschaffenheit ihrer Substanz in dem Zustande angenommen, inwelchem die einzelnen Steine als Bruchstücke derselben zur Erde kommen — nach dem wahrscheinlichen absoluten Gewichte von» 5 o Pfund im Vergleich mit dem spe-ifischen von 3 : 1 des Wassers, kaum mehr als einen Schuh im Durchmesser (inDampfgestalt —- bey gewöhnlicher Conpression — etwa 6000 Kübik - Schuh körperlichen Inhalt) gehabt haben konnte (undbey den meisten ähnlichen Ereignissen muß dieser noch ungleich kleiner gewesen seyn, indem die theils im Ganzen theils innur wenigen einzelnen Stücken Herabgefallene Masse oft nur wenige Pfund betrug); so möchte man sich wohl bestimmt fin-den von der Idee, diese Gewalt als eine bloß mechanische zu betrachten, abzugehen und dieselbe vielmehr als die Wirkung ei-nes uns ganz fremden, großen chemischen Prozesses anzusehen, dessen Resultat vielleicht die Bildung der nächsten Bestand-theile, in welchen sich uns die meteorischen Massen, wenn sie einmahl zur Erde gekommen sind, zu erkennen geben, aus denuns zur Zeit noch unbekannten Urstoffen (Chladni's Ur-Materie) seyn dürfte, und wobey die Explosion und Zertrüm-merung der, Masse nur Nebenwirkung wäre.
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