Band 
Erster Theil.
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net. Man nennt den letzten Winkel das Azimut des Punk-tes B gegen A. Da ferner nach der Voraussetzung die Lagedes Punktes A gegeben ist, so kennt man die geographischeLänge und die Breite 90 AP desselben, das heißt also,man kennt in dem Dreyecke ABP zwey Seiten AB, APmit dem eingeschlossenen Winkel, daher kann man darausdurch das bekannte Verfahren die andern Stücke des Dreyeckesoder die Seite BP und die Winkel an P und B finden. Esist aber 90 BP die geographische Breite des Ortes B,so wie der Winkel P die Differenz der geographischen Längebeyder Orte A und B, und der Winkel B endlich das Azi-mut von A gegen B . .. (b)

Man bemerkt ohne meine Erinnerung den großen Nu-tzen, welchen man aus diesen Messungen für die Geogra-phie, und die Kenntniß der Lage der vorzüglichsten Orte derErde ziehen kann. Wenn aber diese Orte zu weit von ein-ander entfernt, und z. B. durch große Meers getrennt find,so läßt sich jenes Verfahren nicht mehr anwenden, undman muß dann zu den Beobachtungen des Himmels seineZuflucht nehmen.

Die Lage eines Ortes auf der Erde wird (Cap. II.)durch seine geographische Länge und Breite bestimmt. Diegeographische Breite eines Ortes ist offenbar dem Bogenseines Meridians zwischen dem Aequator und dem Zenithedes Beobachtungsortes gleich (Seite 17), und dieser Bogenist gleich der Hohe des Poles über dem Horizonte. Da manaber den Pol als einen unsichtbaren Punkt nicht unmittel-bar beobachten kann, so mißt man die Zenithdistanz einesGestirns, dessen Declination bekannt ist, in dem Augenbli-cke, wo das Gestirn durch den Meridian geht, und dannist nach dem Vorhergehenden (Seite 43) die Summe oderfür südliche Declinationen die Differenz dieser beydenGrößen gleich der gesuchten Polh'öhe des Beobachtungsortes.