Band 
Erster Theil.
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Wahl, so lange wir bloß bey dem Phänomene selbst stehenbleiben, allein von unserer Willkiihr ab, und erst andere,mit diesen Erscheinungen selbst nicht unmittelbar zusammenhängende Gründe werden die Wahrheit oder den Irrthumder getroffenen Wahl darthun können.

Diese äußeren Gründe aber vereinigen sich alle dahin,die erste Hypothese, eines um die ruhende Erde bewegtenHimmels, als unwahrscheinlich, als widernatürlich, ja als ganzunmöglich zu verwerfen. Denn wenn sich schon eines von bey-den um das andere Unbewegliche drehen soll, so ist es dochwohl erstens viel wahrscheinlicher, daß das Kleine sich umdas Große drehe, nicht umgekehrt, besonders hier, wo diesebeyden Dinge an Größe so ungemein verschieden sind, und wodas eine, die Erde, gegen das andere, das Weltall , als ein völ-lig verschwindender Punkt betrachtet werden muß. Jenesunermeßliche Gewölbe mit allen seinen unzähligen Gestirnensoll sich um eine so kleine Kugel, um einen wahren Punktdrehen, bloß um für uns eine Erscheinung hervorzubringen,die auch eben so gut statt haben würde, wenn sich bloß diesekleine Kugel um sich selbst drehte. Millionen und übermahlMillionen von Weltkörpern, deren die meisten vielleichtwieder Millionenmahl größer sind, als unsere Erde, sollensich in ungeheueren Lahnen täglich um uns drehen, bloß da-mit wir uns nicht drehen, nicht von der Stelle bewegen dür-fen, als ob sie alle nur für uns und für unsere Bequemlich-keit da wären. Wenn wir selbst eitel genug wären, zu glau-ben, daß die Sonne nur deßwegen täglich auf- und unterge-he, uns zu leuchten, uns zu erwärmen, und uns zumSchlafe einzuladen, oder aus ihm zuweckcn, so sollten wir dochnicht alles andere darüber und darunter stürzen, und denganzen Himmel in Aufruhr bringen, bloß um der kleinen Erdeeinen Gefallen zu erweisen, dessen sie sich auf eine andere,und zwar viel einfachere Weise ganz eben so gut erfreuen