Band 
Erster Theil.
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von der Einrichtung des Weltgebäudes und von den Gesetzender himmlischen Bewegungen beruhen, kennen zu lernen, undwenigstens die Früchte seiner Arbeiten zu genießen, ohne dieMühe dieser Arbeiten selbst mit ihm zu theilen.

Kepler verglich also die Beobachtungen Tycho's mit derVoraussetzung des Kopernikus, daß alle Planeten Kreise be-schreiben, in deren Mittelpunkte die Sonne ruht, und da,wie gesagt, diese Beobachtungen genauer waren, als die sei-ner Vorgänger, so sah Kepler ohne Mühe, daß die gesuchteUebereinstimmung derselben mit der Hypothese des Koper-nikus nicht eben so groß war, als er wohl wünschen mochte.Er überzeugte sich bald, daß dieser Mangel an Harmonienicht in den Beobachtungen, deren Richtigkeit sich immermehr bestätigte, sondern daß er vielmehr in jener Hypotheseselbst gesucht werden müsse.

Um das Folgende verständlicher zu machen, muß ich be-merken, daß selbst die alten Griechen, wenn sie gleich die ei-gentliche Natur der Planetenbahnen gar nicht kannten, dochbald ein Mittel fanden, wenigstens ein Element derselbenmit großer Genauigkeit zu bestimmen, nähmlich die Zeit derRevolution des Planeten, oder die Zeit, in welcher er einenganzen Umlauf um die Sonne in Beziehung auf die Nacht-gleichen macht, welche Zeit man die tropische Revolution desPlaneten nennt. (S. 20) Da nun nach dem Vorhergehenden,den Beobachtungen gemäß, bereits bekannt war, daß die Plane-tenbahnen, welche andere krummen Linien sie übrigens auchseyn mochten, doch solche seyn mußten, die dem Kreise nahekommen, und daß daher die Bewegungen der Planeten umdie Sonne nahe gleichförmig seyn werden, weil die Bewe-gung im Kreise ihrer Natur nach immer gleichförmig seynmuß, so war ihnen, und noch mehr unserem Kepler jene ge-naue Kenntniß der Revolution von der größten Wichtigkeit.

Wir wollen nun zuerst sehen, wie man zu dieser Kennt-