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eine so beträchtliche Ortsveränderung geben könnte, um dadurchdie Länge des Tages merkbar zu verändern, diese Länge,welche daher nach allem, was wir darüber aus der Theorieund der Erfahrung kennen, ein durchaus constantes Elementdes Weltsystemcs ist. Eben so unveränderlich scheinen auchdie beyden Punkte zu seyn, in welchen die Oberfläche derErde von der Rotationsare derselben getroffen wird. Wenndie Erde sich um eine ihrer Lage nach veränderliche Are drehte,so würde der Aequator und die Pole nach und nach durchverschiedene Punkte der Oberfläche der Erde gehen; die Pol-höhen aller Beobachtungsorte würden nicht mehr constantseyn, und die Meere würden, indem sie sich immer dem neuenAequator zu nähern suchten, das feste Land, ja selbst hoheGebirge abwechselnd bedecken und wieder verlassen, was mitallen unseren Erfahrungen im geraden Widersprüche steht.
Hier wird noch der Ort seyn zu bemerken, daß die obenerklärten Veränderungen, welchen der Ort des Frühlings-punktes und die Schiefe der Ekliptik unterworfen ist, auchals historische Hülfsmittel dienen können, das Alter der Mo-numente der Vorzeit zu erkennen, über deren Ursprung wir,ohne jener Hülfe, oft in gänzlicher Ungewißheit gebliebenwären.
Unter den Ruinen der alten Stadt Denderah (Tenty-ris) in Oberägypten fand man einen großen Tempel, dessenPlafond einen wohlerhaltenen Thierkreis trägt. In diesemThierkreise, der jetzt nach Paris gebracht worden ist, siehtman die noch jetzt bey uns gewöhnlichen zwölf Zeichen desZodiakus in der Ordnung, in welcher sie von der Sonnedurchlaufen wenden. Das erste derselben, welches eben ausdem Thore des Tempels herauszugehen scheint, ist der Löwe.Wenn die Behauptn-,g richtig ist, daß dieses erste Zeichenzugleich dasjenige ist, >». welches die Sonne in dem Anfangedes Jahres trat, und daß das Ruraljahr der Aegyptier mit
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