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Die Rotation des Mondes ist also der siderischen Re-volution des Mondes gleich, und zwar ganz genau gleich,weil der geringste Unterschied, wenn er zwischen diesen bey-den Bewegungen statt hätte, sich mit der .Zeit immer mehranhäufen, und der Mond uns nach einigen Jahren oderJahrhunderten ganz andere Flecken zeigen mußte, als wirjetzt sehen. Diese vollkommene Gleichheit beyder Bewegun-gen ist ein sehr auffallendes Phänomen, und es scheint, wiewir sehen werden, allen Satelliten gemeinschaftlich zu seyn,während wir bey den Hauptplaneten durchaus nichts ähnli-ches bemerken. In der That ist die jährliche Bewegung einesPlaneten von seiner täglichen ganz unabhängig, da die letzte,wie wir gesehen haben, nur von der Entfernung des Mittel-punktes des Planeten von der Richtung des ursprünglichenStoßes (S. 371) abhängt, während die erste durch dieGröße dieses Stoßes und durch die ursprüngliche Entfer-nung des Planeten von der Sonne bestimmt wird. Wegendieser gegenseitigen Unabhängigkeit beyder Bewegungen fin-den sich auch bey den Planeten unseres Systemes die größtenVerschiedenheiten zwischen ihnen: so dreht sich die Erde 366mahl, Jupiter 10000 mahl und Saturn 25000 mahl umsich selbst, ehe jeder dieser Körper einen Umlauf um die Sonnemacht.
Da es aber höchst unwahrscheinlich ist, daß der Mond,und eben so alle anderen Satelliten unseres Sonnensystemesgenau den ursprünglichen Stoß erhalten haben soll, dernothwendig,war, jene Gleichheit der beyden Bewegungen her-vorzubringen, so müssen wir die Erklärung dieser sonderba-ren Erscheinung aus einer anderen Quelle abzuleiten suchen.
Der Mond ist der Erde so nahe, daß der Punkt des-selben, welcher der Erde gerade zugekehrt ist, oder der Mit-telpunkt der uns sichtbaren Scheibe, viel stärker angezogenwird, als die anderen Theile desselben, die sämmtlich weiter