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Palaeologica zur Geschichte der Erde und ihrer Geschöpfe / von Hermann von Meyer
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Saurier

A. Saurier mit Zehen, ähnlich denen an denlebenden Sauriern, und zwar:

I. Vierzehige.

1. Aeolodon.

Ais einen der vollständigsten lasse ich diesen Saurusden andern vorangehen, v . Sömmerring beschrieb ihn aus-führlich unter dem Namen Crocodilus priscus. DieForm des Kopfes ist im Allgemeinen so beschaffen wieim Gavial, während die Structur beider Köpfe auffallendahweicht und das übrige Skelett ein mit den Crocodilennicht zu vereinigendes Thier anzeigt. Die Schnauze desfossilen Saurus ist etwas kürzer als im Gavial, die Abwei-chungen zwischen den einzelnen Kopfknochen sind in beidenThieren weit beträchtlicher als zwischen den beiden lebendenGavialarten. Die Zähne stehen, wie bei den Crocodilen,in besonderen Alveolen; im Unterkiefer aber sind sieregelmässig abwechselnd länger und kürzer, was bei denGavialen nicht der Fall ist. Der längere Zahn ist gewöhn-lich noch einmal so lang als der kürzere. Die Zähne desOberkiefers scheinen gleichförmiger zu seyn. Auf jederSeite sitzen zuerst zwei kleine Zähne, auf die ein sehrgrosser, der grösste von allen, folgt. Im lebenden Gavialsteht oben auf jeder Seite zuerst ein kleiner Zahn voneinem anderen kleinen etwas entfernt, wieder in einigerEntfernung folgt ein grosser und diesem ein noch etwasgrösserer, die übrigen sind ungefähr einander gleich undeben so lang als die unteren Zähne. Die Zähne desfossilen Thieres scheinen auch spitzer und stärker gekrümmt,gewaltiger herausgestanden zu haben, als im Gavial, undsind überdiess fein längsgestreift. Die hintere Gelenk-fläche des Wirbelkörpers ist im Aeolodon etwas concav,