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Soldners Methode, beobachtete Stern-Positionen etc.
ein Vierteljahr auseinander sind, hinreichend genau erhält. MeineMeinung ist aber eigentlich nicht, dafs inan das Verfahren so weitausdehnen solle, sondern ich glaube, mau sollte die Beobachtungenin Partien vertheilen, welche nur 30 oder 40 Tage umfassen.Man ist dann gegen Reclinungsfeliler mehr gesichert und hei zugrofser Ausdehnung könnte auch der Umstand, dafs ich dd.Qvernachlästigt habe, vielleicht nachtheilig werden. Das Berücksich-tigen der hohem Differentiale von © würde zwar die Rechnungnicht viel erschweren, ist aber unnütz, wenn man keinen zugrofsen Zeitraum umfassen will. Noch mufs ich bemerken, dafsder Einflufs der Monds -Nutation nur in A" merklich ist, und dieGlieder ($, + 90°)m3, (ß) ’rà etc. ganz wegbleiben können; manbraucht also diese IN utation für das um 90° vermehrte Argumentgar nicht zu berechnen
Man wird vielleicht gegen diefs Verfahren die Einwendungmachen, mau könne so nicht sehen, wie die einzelnen Beobach-tungen unter sich übereinslimmen. Der Einwurf ist freilich ge-gründet, aber ich denke doch nicht, dafs er von sehr grofserBedeutung sey- Mau kann die Bestimmung des wahrscheinlichenFclücrs, welchen ein Beobachter mit seinem Instrumente begehenkann, zum Gegenstände einer besonderu Untersuchung machen.Bei jeder einzelnen Bestimmung den wahrscheinlichen Fehleranzugehen, scheint mir um so weniger nötliig zu seyn, da die Fehler,mit welchen wir eigentlich zu kämpfen haben, sich durch Wahr-scheinlichkeits-Rechnung doch nicht finden lassen. Es mag aberseyn wie es wolle, so glaube ich immer, dafs es nützlich sey,unsere llülfsmitlel zu vervielfältigen; jeder kann dann wählen.Wenn man die Beobachtungen einzeln reduciren will, so lassen dieMethoden der Herren Gauss und Bessel nichts zu wünschen übrig.
So l d n e r.
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