Theorie der Höfe, Nebensonnen und verwandter Phä-nomene mit Versuchen zur Bestätigung derselben.
TJnter deu Lichtphänomeuen, welche man auf die bekanntenGesetze des Lichtes zurüekzuführeu gesucht hat, ist bis jetztkeines weniger genügend erklärt, als das Phänomen der Höfe,d. i. der hellen oder farbigen Ringe, von welchen die Sonneund der Mond öfters umgeben zu seyn scheinen, so wie auchdas Phänomen der Nebensonnen oder Nebenmonde. Die Mei-nungen der Naturforscher über diesen Gegenstand, und die Hy-pothesen , welche sie bey Erklärung der Ursachen zum Grundelegen, sind sehr verschieden. Bei der grofsen Mannigfaltigkeitdieser Art Phänomene reichte keine Voraussetzung hin, auch nureinen Thcil der Erscheinungen mit eben der Sicherheit zu er-klären , wie es mit anderen Lichtphäuomenen, z. B. dem Regen-bogen, gelungen ist; daher man wenig Ursache hatte, irgendeiner Meinung über die Bildung der Höfe und Nebeusonuen injeder Beziehung den Vorzug zu geben. Da sich in neuerer Zeitunsere Kenntnisse über die Natur des Lichtes sehr viel erweiterthaben, so wächst die Hoffnung mit den Ursacheu der bis jetztnicht genügend erklärten Phänomene näher bekannt zu werden.Indem ich es versuche, die Entstehung der Höfe und Neben-sonnen auf die bekannten Gesetze des Lichtes zurückzuführemglaube ich auch die ihnen verwandten Phänomene mit ein-sçhliefsen zu müssen, um theils durch sie, theils durch neue
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