mit Versuchen zur Bestätigung derselben.
aufgehende Sonne durch ein Gitter beobachtet, welches ausparallelen horizontalen Fäden besteht, in -welchem die Entfernuugder Mitte je zweyer Fäden, welche e heifsen mag, im ganzenGitter gleich ist, und in welchem ohngefähr c = 0,0022 PariserZoll. Man sieht nämlich mittelst dieses Gitters zu jeder Seiteder wahren Sonne, in vertikaler Richtung, eine Nebensonne,welche gegen die wahre Sonne zu etwas blau, nach aussenroth, in der Mitte aber weifs ist. Sind die Entfernungen derFäden nicht völlig gleich, so erkennt man die Farben derNebensonnen weniger bestimmt. Von den Nebensonneu gehtein dem Durchmesser der Sonne gleicher Liclitsireifen aus, wel-cher etwas farbig gesehen wird, wenn die Entfernungen derFäden des Gitters genau gleich sind, weniger farbig aber istdieser Streifen, wenn die Fäden weniger genau gleiche Entfer-nuug haben.’ Zu beiden Seiten der wahren Soune ist die Er-scheinung symmetrisch. Bey einem Gitter, in welchem t= 2,0020,reicht die wahre Soune ohngefähr einen Zoll ihres Durchmessersin die Nebensonnen hinein, wie bey dem von Rothmann beob-achteten Phänomen. Ist e kleiner, so ist der scheinbare Abstandder Nebensonnen gröfser; dagegen wird dieser Abstand kleinerseyn, wenn e gröfscr ist. Bekanntlich entsteht dieses mit einemaus parallelen Fäden bestehenden Gitter hervorgebrachte Phä-nomen, durch gegenseitige Einwirkung der durch die schmalenZwischenräume gebeugten Strahlen. Wie bekanut können dieFarben nur dann vollkommen entwickelt seyn, wenn der schein-bare Durchmesser des leuchtenden Körpers sehr klein ist; daaber der scheinbare Durchmesser der Sonne ohngefähr 30' be-trägt, so müssen, indem man durch ein Gitter die Soune beob-achtet, die verschiedenen Farben 30' ineinander fallen, undköuuen daher nicht anders als gemengt d. i. weniger entwickeltgesehen werden, selbst w r enn die Entfernungen der Fäden imganzen Gitter gleich wären; sind die Entfernungen wenigergleich, so ist dieses noch eiue zweite Ursache zur Mengungoder Verlöscliuug der Farben. Aus den Gesetzen der gegen-seitigen Einwirkung gebeugter Strahlen weiis mau, dafs durch