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Allgemeine Grundsätze der Bleichkunst : oder theoretische und praktische Anleitung zum Bleichen des Flachses, der Baumwolle, Wolle und Seide, so wie der aus ihnen gesponnenen Garne, und gewebten oder gewürkten Zeuge; nach den neuesten Erfahrungen der Physik, Chemie und Technologie / bearbeitet von Sigismund Friedrich Hermbstädt
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219
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Hat der geröstete Flachs seinen gehörigen Gradder Trockenheit erreicht, dann kommt selbiger unterdie Klopfe, nemlich er wird mit hölzernen Schlä-geln oder Handkeulen auf einen unterliegendenharten Stein gepocht oder geklopft: Hier wird dievorige cylindrische Form deS Stengels zerftöhrt,die Hülsen oder das Schilf, welche ihn umgaben,werden zerquetscht, die Cohäsion der feinen Fasernwird aufgehoben, und sie selbst werden nun mehrentwickelt, und für sich dargestellt.

§. 320.

Um nun aber die durch das Pochen gequetsch-ten Schilf« oder Hülsenthcile des Flachses, die ihreQuetschung bloß nach der Lange erlitten haben,noch mehr zu trennen, und solche auch nach derQueere zu zerkleinern, kommt der gepochte Flachsnun unter die Breche, woselbst er nach der Queereseiner Fasern gequetscht oder gebrochen wird. Da-mit aber nun die gebrochenen Schilftheile (dieSpreu, die Schöben oder Ageln), von der Flachs-faser abgesondert werden, so wird der gebrocheneFlachs jetzt so oft geschwungen, bis alle Spreumöglichst vollkommen davon entfernt ist,

§. 321,

Der so weit vorbereitete Flachs ist nun einGemenge von langen und kurzen Fasern« Um