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Werden und Seyn des vulkanischen Gebirges / empirisch dargestellt von W.H.C.R.A. von Ungern-Sternberg
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ERSTE ABTHEILUNG.

auf Steindämmen gleicht, ist gewöhnlich der Vorbotevon Erderschütterungen und vulkanischen Ausbrüchen (1).Das Erdbeben , welches 1755 eiuen Theil von Lissabonzerstörte , macht hierin eine Ausnahme (2), es entstandplötzlich ohne Geräusch, ln einigen Gegenden , wie z. B.in der mexikanischen Provinz Guanaxuato, wird diesesunterirdische Geräusch häufig wahrgenommen, ohne Er-schütterungen zur Folge zu haben ( 3 ). Auch die Altenhaben ähnliche Erscheinungen beobachtet (4). Diese unter-irdischen Donnerschläge werden vor , während und nachden Erschütterungen gehört. Ein Vorbote der furchtbarstenEreignisse war dieses Getöse bei den Erdbeben, xvelche1746 Lima und 1783 Messina zerstörten (5). HeftigeDonnerschläge begleiteten das Erdbeben von Caracas ,und noch lange nach ihrer Beendigung wurde das unter-irdische Getöse in Quito und Caracas wahrgenommen (6).Oft verbreitet sich dieses Getöse bis zu den entferntestenGegenden. Humboldt bemerkt , dass ein unterirdischerDonner im Jahr 1811 am Rio - Apure in einerStreckevon 200 Meilen wahrgenommen wurde.

Erdbeben.

Es gibt zweierlei vulkanische Erdbeben , locale undausgedehnte. Die ersten beschränken sich auf einen Flächcn-

(1) Procedit vero comitaturque terribilis sonus , alias mur-mur similis mugitibus , aut clamori humano , armoruimepulsantium fragori. Plinius II. c. 80. ed. Bas. p. 24.

(2) DAubuisson traite de Geognosie , t. I. p. 201.

( 3 ) Humboldt Vovage aux reg. cquin. II. p. 289. Nouveil-Esp. I. p. 3 o 5 .

( 4 ) Aristoteles Meteor. L. II. p. 802. Plinius. L. II. c. So.

( 5 ) DAubuisson I. p. 201. Spallanzani Reisen in beidenSicilien, IV. p. i 36 .

(6) Humboldt am a. O.