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Werden und Seyn des vulkanischen Gebirges / empirisch dargestellt von W.H.C.R.A. von Ungern-Sternberg
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ZWEITE ABTHEILUNG.

gänzliches Aufhören aller vulkanischen Wirksamkeit vor-aus , dieses nur eine locale Unthätigkeit.

Es ist uns kein Beispiel bekannt von ausgelöschten Sy-stemen, deren Gipfel sich über die Schneelinie erheben,oder die aus hohen Gebirgsehenen emporsteigen. Ehen sowenig kennt man neue Entzündungen in ausgelöschtenSystemen. Ereignet sich das Erlöschen bei einzelnen Feuer-bergen in einem System , worin die vulkanischen Kräftetbätig sind , so hat man nicht selten Beispiele , dass dieseBerge sich wieder von neuem entzünden. Seit MenschenGedenken wusste man iin Jahr 70 unserer Zeitrechnungnichts von Ausbrüchen des Vesuvs , die vulkanische Thä-tigkeit schien gänzlich erloschen, bis sich in dem erwähntenJahre ein furchtbarer Ausbruch ereignete.

Während des Erdbebens , welches 1702 und 1703Italien erschütterte, bemerkte man eine heftige Eruptionan einem , dem Anscheine nach, ausgelöschten Feuer-berge in der Gegend von Abruzo. Aehnliche Ereignissezeigen uns die colossalen Pies des südlichen Amerikas ,sie ruhen oft Jahrhunderte , bis die vulkanischen Kräftesich in ihnen einen Ausweg bilden.

Einzelne Feuerberge erlöschen durch Einsturz des Cra-ters, oder, indem sie sich zerspalten, Zusammenstürzen,oder endlich durch die Meereswelien überstrümt werden.

Der Berg bei Abruzo, den wir oben erwähnten ,stürzte während des Ausbruchs zusammen , und zeigtenie mehr eine Spur von vulkanischer Thätigkeit (1).

Zu Machian , eine der fünf molukkischcn Inseln, wurdedurch vulkanische Ausbrüche ein Feuerberg im J. 1646

(1) Ordinaire hist, des volcans.