Buch 
Werden und Seyn des vulkanischen Gebirges / empirisch dargestellt von W.H.C.R.A. von Ungern-Sternberg
Entstehung
Seite
157
JPEG-Download
 

DRITTE ARTH EILEN»!.

157

F,r sagt : der Obsidian , an welchem man von den Estan-cien am Pic von Teneriffa zwei Stunden lang hinaufgeht,bis man endlich genötbigt ist , eine halbe Stunde langüber die scharfen Blöcke wegzusteigen , bat so sehr dieKennzeichen des Fliesseus , wie kaum je ein anderer La-vastrom. Die Oberfläche ist von Massen in Form vonTauen bedeckt , die sich wunderbar durch einander win-den ; grosse Glasthränen hängen an den Seiten herunter,und grüner und schwarzer Bimsstein , faserig , wie derweisse , sitzt noch an der festen Masse, mit welcher erherabfliesst.

Diese Uebergängc findet man ferner auf Lipari, Montedella Guardia , Volcano , Lchia , Also , Island am nörd-lichen F'usse des Hekla (T).

Verwitterung.

Der Obsidian wird häufig durch Schwefel dämpfe aufseiner Oberfläche zersetzt , und zeigt alsdann eine weiss-lich-graue Masse ; so fand ihn Humboldt auf dem Picvon Teneriffa (2). In dem Crater von Volcano sah Spal-lanzani Obsidian , der durch Einwirkung der Dämpfenicht allein äusserlich , sondern auch innerlich in einegraue Masse verwandelt war ( 3 ). Auch scheint die Ein-wirkung der Luft auf einige Obsidiane Einfluss zu haben;Spallanzani fand in Lipari auf dem MonteCastagna Obsidian,der mit einer röthlichten erdigen Masse überzogen war ,welche durch Verwitterung des Gesteins entstand (4).

( 1 ) Mackenzie. Travels in the Island of lceland. p. 353.

(2) Humboldt vor. I. p. 2pi.

(5) Spallanzani. II. p. 167.

(4) Spallanzani. II. p. 264-