wandelten. — Sie gingen immer noch nach Dissen-fis zur Kirche, aber wegen der großen Entfernungbrauchten sie nicht jeden Sonntag eine heilige Messezu hören, sondern nur an gewissen vorgeschriebenenFesttagen. Im i5ten Jahrhundert wurden die er-sten Kirchen in diesem Thale gebaut, und die Äbtevon Dissentis schickten die Priester ans ihrem Klo-ster hierhin, und übten die Gerichtsbarkeit auS.
Und doch ist jetzt keine Spur mehr in diesemThale anzutreffen, das, die Bewohner RhätischenUrsprungs sind. Alle sprechen deutsch und niemandromanisch, und sind zugleich aus aller Verbindungmit der Abtei zu Dissentis.
Der kühne Mann, der im i.-jten Jahrhundertdie Brücke in Kerten an die steilen Felsen des Teu-felsbergcs legte, hat diese Umwandelung gemacht.Hiedurch kam das Ursercn Thal mit Uri und Altdorfin Verbindung, und der Weg vom VierwaldstädterSee über den Gctthard war nun geöffnet. — Derbeständige Verkehr mit Deutschen , der hieduvch ent-stand, machte diese Sprache ungefehr in zwei Jahr-hunderten zur herrschenden.
In Graubündtcn ist die Bevölkerung in den