Montag.
Ich habe heute im Schlosse die untern mathe-matischen Classen besucht. In ihnen geht der Un-terricht stufenweise vom Zeichnen der einfachen Li-nien bis zum Zusammensetzen derselben in Figuren.Wenn auf diese Welse daS Auge und die Hand andie Linien und Figuren gewöhnt ist, so werden dieEigenschaften betrachtet, welche die Linien, Win-kel und Figuren haben, und so entwickelt sich dieGeometrie von selber. — Im Ganzen ist dieses das-selbe, was bei uns das geometrische Zeichnen ist,welches wir vor dem Unterrichte in der Geometriehergehen lassen, nur daß hier mehr System und mehrFolge vom Leichtern zum Schwerern ist, und daßviel mehr Zeit daraus verwendet wird, weil der Kna-ben viele sind, und weil sie noch jung sind,— (ge-wöhnlich 10 bis 12 Zahr.) — Die Gaben sindmancherlei, sagt der Apostel, und unter so vielenKindern sind natürlich viele mittelmäßige Köpfe,die nur langsam vorwärts kommen. — Daß die Er-ziehung das Talent nicht ersetze, weiß man hier sogut wie bei uns.. — Wenn sie das aus einem Men-schen werden laßt, was er seinen Anlagen möglicher