Band 
[Band 3.]
Seite
975
JPEG-Download
 

der Gptick. 975

wandelt wird, wenn ihr die Tinctur gegen etwas hal-tet, z. E. gegen die Handblaͤtter oder das Schnupftuch.Es werden euch auch nicht mehr die ſeltſamen Veraͤn-derungen, welche man mit gefaͤrbtem Waſſer oder an-dern Saͤften vornehmen kan, befremden, derglei-chen Bohle in ſeinem Tractate von den Farben ingroßer Menge beſchrieben hat. Ich habe auch in denLeipziger Actis 1509 p. 321, 322 derſelben einige be-ſchrieben, und nach der Zeit noch andere gefunden.Abſonderlich habe ich daſelbſt einen etwas weitlaͤuf-tigen Proceß angegeben, wie man der NephritiſchenTinctur ihre wunderbahren Farben benehmen undwieder geben koͤnne, weil die Farben dadurch ſchoͤnerwiederkommen, als wenn man ſie durch bloßes OleumTartsri per deliquium wiederbringet. Unter dieſenExperimenten iſt ſonderlich folgendes angenehm zuſehen, welches Ble zuerſt entdecket hat. Werfet et-was von Mercurio ſublimato in Waſſer, und laſſetihn in ſelbigem ſich aufloͤſen; ſo bleibt es gantz helle.Gieſſet etliche Tropfen von dem Oleo Tartari perdeliquium hinein, ſo wird das Waſſer undurchſich-tig, und bekommt die ſchoͤnſte Pomerantzen-Farbe.Troͤpfelt etliche Tropfen von dem Oleo Vitrioli hin-ein/ ſo verſchwindet die Farbe, und wird das Waſſerwieder gantz helle und durchſichtig wie vorhin.Eben ſo angenehm laͤſſet es wenn ihr Waſſer auf ge-ſtoßene Gallaͤpfel gieſſet, und anderes auf Vitriol,hernach beydes filtriret, und unter einander miſchet.Denn, ſo wird in einem Augenblicke ſchwartze Dinte.Troͤpfelt aber etwas von Vitriol-Oele hinein; ſo900 die ſchwartze Farbe verſchwinden, und wiederKin durchſichtiges Waſſer aus der Dinte werden.Dieſe ſonderbahren Begebenheiten, ſage ich, koͤnneneuch nicht ſeltſam vorkommen, wenn ihr das gemerckethabt, was von den Farben iſt geſagt worden. Denndie Farben erfordern nur, daß die Strahlen des Lichtsauf eine beſondere Art von einander getrennet, undmit einander vermiſchet werden: welches beydes gar18 wohl