1006 Anfangs ⸗Gruͤnde
Der 2. Zuſatz.45. Da die Sonnen Strahlen, dem Au-genſcheine nach, parallel ſind; ſo werdenauch alle, welche hin und wieder auf die Spie-gel⸗Flaͤche fallen, in einem engen Raume in Ezuſammen gebracht. Weil nun hierdurch ihreKraft vermehret wird, ſo iſt es kein Wun-der, daß, ob ſie gleich vorhin nur warm mach-ten, ſie jetzund gar anzuͤnden, ja wenn der 0Spiegel groß iſt, harte Coͤrper, als Stei-ne und Metalle, ſchmeltzen.. 1Die 1. Anmerckung.46. Weil die Hohl⸗Spiegel dieſe ſonderbahre Ei-
genſchaft haben, ſo pflegt man ſie Brenn⸗Spiegel zu 1
nennen. Unter den Brenn⸗Spiegeln iſt aus dem Al-
terthume des Archimedis ſeiner beruͤhmt, womit er die 4
Flotte der Roͤmer angezuͤndet haben ſoll, wie Plutar-chus in dembeben des Marcell berichtet. Weil aber diegewoͤhnlichen Hohl⸗Spiegel nicht uͤber den viertenTheil ihres Diameters etwas anzünden(5. 43) ſohalten viele dieſe Geſchichte für eine Fabel. In unſernnZeiten, hat niemand groͤſſere Brenn⸗Spiegel ge-macht, als der Herr von Cſchirnhauſen. Er be-
ſchreibt einen in den Leipziger Ketis A. 1687 p. ze, wel?
chen er aus einer nicht allzudicken kuͤpfernen Platte
hat machen laſſen, damit er leicht hin und wieder zutragen war. Der halbe Diameter war uͤber 4 Ellen.
Durch Hülfe dieſes Spiegels hat er faſt in einem Au-genblicke Bley geſchmoltzen, Eiſen gluͤend gemacht, ja
innerhalb 3 Minuten Kupfer und Silber in Fluß ge?
bracht, die Dach⸗Ziegel, Scherben von Toͤpfen, Kno-chen und andere harte Materien in Glas verwandelt.Der 3. Zuſatz. 147. Weil aber nur bieſenigen Strahlen