116 Rurtzer Unterricht
Glaͤſer noch nicht erfunden waren. Und in der Leh-re von dem Lichte und den Farben ſteckten die Altenin großen Vorurtheilen, wie ſie denn auch nicht diewahre Beſchaffenheit des Sehens verſtunden.
g. 189. Johann Kepler hat A. 1604 in 4t.(2 Alph. 15 Bog.) Paralipomena in Vitellionem,quibus Aſtronomiæ pars optica continetur, her-aus gegeben, worinnen er unter andern die wah-re Beſchaffenheit des Sehens entdeckt, undviele zu dem Aufnehmen der Aſtronomie dienen—de Sachen vorgetragen hat.
. 190. Einen kurtzen Begriff von der alten Op-tick hat um das Jahr Chriſti 1279 Johannes pec-camus, Ertz⸗Biſchof zu Canterbury und Primas vonEngelland, geſchrieben, welches zu Coͤlln A. 1627in 4t.(in Bog.) gedruckt worden iſt. In den neuernZeiten haben dergleichen Arbeit verrichtet AnbroſiusRhodius, Profeſſor Mathematum zu Wittenberg,deſſen Optica cum Tractatu de erepuſeulis zu Wit-tenberg A. 1611 in 8v.(1 Alph. 10 Bog.) herausgekommen ſind, und Fridericus Riſnerus, deſſenOpticæ libri quatuor zu Caſſel 16056 in 4t.(1 Alph.12 Bog.) gedruckt worden ſind.
9. 191. Die Optick hat in beſſern Stand zubrin-gen ſich bemuͤhet Roger ius gacon, einer der groͤſſeſtenWeltweiſen ſeiner Zeiten, welcher A. 1284 zu Ox-furt geſtorben, und wegen ſeiner mathematiſchenWiſſenſchaften als ein Zauberer iſt angeklagt wor-den. Seine Perſpectivam hat Jobannes Cumbacbius,Philoſophiæ Profeſſor zu Marpurg, zu Franckfurt16 14in t.(1 A. 5B.) drucken laſſen. Es iſt wenigmathematiſches darinnen zufinden: doch verdientdieſes Buch geleſen zuwerden.§. 192.