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10/2 (1789) Die Gradierkunst / Franz Ludwig Cancrinus
Seite
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der Salzwerkskunde. 247

$. 469.

Das Anlekken, oder Angieſen der Sole andie Dornwaͤnde(F. 467 Gif. 2), geſchiehet auf denGradierhaͤuſern von den Gradierern mit hoͤlzernenSchaufeln, die unten ein aus duͤnnen Brettern be-ſtehendes, vorn offenes Kaͤſtgen haben, und Lek-oder Gradierſchaufeln heiſen. Mit einer ſolchenSchaufel gehet der Gradierer, wenn er keine andere Arbeit bei dem Gradierhauſe hat, wobei er an-geſtelt iit, auf der Seite, worauf gradiert wird, hinund her, hebt mit dieſem Werkzeuge im Gehen einenTeil der Sole aus dem Solenkaſten, und wirftdann ſolche in einem Bogen ſo hoch, als er kan, andie Dornwand an, beſonders da, wo ſolche trokken

ſtehet. N|$. 470.

Ohne vieles Nachdenken laͤſt ſich uͤberſehen, daßman dieſe Arbeit, wenn es einem Salzwerk an dennoͤtigen Maſchinen nicht fehlt, ganz entbehren koͤnne,weil die Troͤpfelung, wenn ſolche ſtark genug, undnach den im 468$. angegebenen Regeln eingerichtetiſt, an dem Orte, wo man angieſet, wirklich zuſtark wird, alfo durch den geſchwinden Fall die Solein der Gradierung eher aufgehalten, als befoͤrdertwird. Fehlt es im Gegenteil einem Salzwerk anden noͤtigen Maſchinen, und die Sole kan bei gutenZehrwinden ſtark troͤpfeln: So iſt es beſſer gethan,wean man die Sole durch Handpumpen in die Hoͤhe

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