Dritter Theil. 381
mich der Herren Schwefelmacher Gunſt empfehle, da-mit ſie ihren Zorn nicht allzu ſehr uͤber mich ausſchuͤttenmoͤgen. Diejenigen aber, ſo die Wahrheit lieben,darf ich darum nicht erſt erſuchen, weil ich ohnediesſchon uͤberzeugt bin, daß ich mich ihrer Gewogenheitverſichern kann.
Das acht und zwanzigſte Kapitel.
Von der Venere und ihrer Solutionund Praͤcipitation.
N as dieſes Metall betrifft, ſo kann ich mit Gottbezeugen, daß ich darinnen allein in 20 Jah-ren etliche tauſend Rthlr. verkuͤnſtelt, und
wohl etliche tauſend Goldproben dadurch zuwege ge-bracht habe; allein ich konnte nicht begreifen, wie ichſo oft in einer Materie fehlen koͤnnte, bald etwas, baldwieder nichts daraus zu haben, bis ich endlich nach undnach darhinter kam, worinnen der Fehler eigentlich ſte-cken muͤßte. Was demnach die Solution dieſes Me-talls betrifft, ſo hat es vor allen andern ein haͤufigesSal acidum, und eine ziemliche Quantitaͤt frigidum, wel-che beyde ſo feſt mit einander vereiniget ſind, daß es ei-ne Kunſt genennet werden kann, ſolche zu ſcheiden,ſo lange man es nicht weis: Denn ich ſage dir, ſo lan-ge du ſolches nicht zu vertreiben weiſt, ſo lange kannſtdu weder ein reines Salz, das nicht mit einer gruͤnenoder blauen Farbe vereiniget iſt, oder auch ſein weißesftüßiges Salz bekommen, welches ſehr ſuͤß und ange-nehm ſchmecket. Denn das Aeidum, das mit einerſubtilen Terra viſeoſa verbunden iſt, wird allezeit ſuͤß.Das Sal acidum ſchadet den Metallen nichts, wenn nurdas Frigidum vertrieben iſt, und dieſes haͤlt in allen hart,am allermeiſten aber im Kupfer, Es loͤſ2t ſich* imAqua-