Dritter Theil. 591
erlanget er doch vielmal nicht, was er gehoffet, ob ergleich vielmal ſchon weggeſchenket hat, was er noch nichtim Beutel hatte; alſo muß allemal der Wille vor dieThat genommen werden.
4) Nun will ich auch etwas von der Vertraulichkeitder Chymiſten gedenken. Wenn man nichts weis, ſohat man ein Vertrauen zu einem, der auch wenig weis.Dieſer troͤſtet den erſten mit allerhand Hoffnung, wieſie, wenn dieſes oder jenes ausgearbeitet worden, reichwerden wollen. Mancher iſt von Gott, oder durch ſei-ner Aeltern Wucher geſegnet, da muß das unrechte Gutwieder verſchwinden, er laͤßt ſich bereden, und giebt auchſein Vermoͤgen auf Hoffnung dahin. Wenn alsdenndas Geld und die Zeit verlohren iſt, ſo hoͤret auch daserſte Vertrauen auf, und verwandelt ſich oft Freund-ſchaft in Feindſchaft. Es wird auch manchmal daszweyfache Vertrauen wieder erneuert: wenn der Armedem Reichen das Seinige hat verthun helfen, da heiſtes: Haͤlten wir noch ein paar hundert Rthlr. ſo wollteich Leib und Leben verwetten, wir ſollten etwas erhalten;ſo und ſo wollten wir es machen: Das und das habenwir nach dieſem oder jenem Philoſophen nicht recht ver-ſtanden. Nun ſoll es erſtlich recht angehen. Sie fan-gen das zweyfache Vertrauen wieder an, bis auch die200 Rthlr. ſort ſind. Denn iſt das Glas zerſprungen,die Sublimation nicht gelungen; wir haben zu lange re-verberirt, das hat uns unſer Geld weggefuͤhrt, ſollen wirnoch weiter cementiren, ſo moͤchten wir unſer Geld ver-lieren, u.. f. Wenn ich mir die Freude einbilde, diein dieſen Schuljahren oͤſters vorgehen, oder ſich erzeigthaben, und dabey die naͤrriſche Phantaſie betrachte,ſo muß ich vielmal daruͤber lachen. Ich laborirte ein-ſtens mit einem, dem in der Scheidung ſehr viel Goldaus dem Silber fallen ſollte. Wie nun das Ende dieſerArbeit, die Scheidung, herbey kam, und ich in der Stube
das