Buch 
Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
Entstehung
Seite
168
JPEG-Download
 

i68 Viert. Kap. VondenSchraubengängen

wie schon bemerkt ist, der Analogie des thierischen Kör-pers zu sehr folgte, giebt den Schraubengängen ganzdieselbe Bedeutung, als den Tracheen der Jnsecten;daher er glaubt, daß sie auch mit ähnlichen Bläschen,wie die Lungen, angefüllt seyen. Nichts ist ihm kla-rer, als ihre Verrichtung; in den Wurzeln, wo er sieweiter uud häufiger annimmt, als Grew, saugen siedie Dünste der Erde ein, verwandeln sie in Luft, undführen diese auswärts. Diese Meinung erhieltnoch mehr Gewicht durch die Versuche, welche manim Anfange des achtzehnten Jahrhunderts mit decLuftipumpe machte, um das Daseyn der atmosphärischenLuft in den Pflanzen zu erweisen. Bern . Nieu-wentyt, der zuerst diese Versuche vornahm, fand,daß zwar auch aus der Rmde, aber ganz vorzüglichaus den Holzfasern die Luftblasen hervor kamen.

Ludwig Phil. Thümmig/4) Ch ri st. W o lff6;)und Sleph. Haies ^6) wiederholten diese Versu-che, und bestätigten daher die Meinung der erstenPflanzen - Zergliederet , daß die Luftgefäße vorzugs-weise im Holze seyen, und daß die Spiralröhren dasGeschäft haben, Luft zuzuführen. Dies wandle B a-zin noch weiter an. Weil den Pflanzen die thieri-sche Wärme fehlt, sagt er: so ist besonders elastische

62) l.. c. p. 14. 15.

6z) rVaerelcl - Leicliouwinß,

64) Erläuterung der merkw. Begeb. der Natur. S. irz.

65) Vernünftige Gedanken vvm Gebrauch der. Theile,S. 60;.

66) Statik der Gewächse, S. 91.