V. d. Mischungs-Verhästn. d. Pflanzen. H.48. z6l
men das Saamenkorn einen Theil seines Sauer- undWasserstoffs verliert und an Kohlenstoff Zuwachs er-hält. ^4) Da ferner der rohe aufsteigende Pflanzen-saft, wie wir sahen (§. z6. z8.) Zuckcrstoff enthält,so muß eine gleiche Veränderung mit der ursprüngli-chen Kohlensäure vorgehn, der nunmehr Kohlenstoffzugesetzt wird. In dem Pflanzenschleim (§. 37.),dem Eyweißstoff und der Pflanzcngallerte (§. 39.) fin-det man dieselbe Säure, aber gewöhnlich an Kali undKalk gebunden, und nur durch Mineralsäuren hervorzu locken. Rein liefern sie fast allein nur die Dünste,welche aus den Haaren der Kichern aufsteigen. ZumKalk hat sie eine so starke Verwandtschaft, daß sie sei-ne Verbindung mit allen andern Pflanzensäuren trennt,und mit ihm ein unauflösliches Salz bildet.
Sie geht zunächst in Wein st ein säure über,indem sie mehr Wasserstoff anzieht, und Sauer - undKohlenstoff fahren läßt. Denn die Weinsteinsäure be-steht, nach Gay-Lussac und Thenard aus 69Theilen Sauer-, 24 Theilen Kohlen - und 6 TheilenWasserstoff. Auch diese ist selten rein in den Pflanzen,und wird fast nur im Lamarindcnmark frey gefunden.Gewöhnlich hängt sie dem Kali an, und stellt mitdemselben den so genannten Weinstein dar, der sichaus dem gährenden Wein niederschlägt. Sie kryftal-lisirt in mannigfaltiger Form, gewöhnlich in sechssei-tigen Säulen. Mit Schwefelsäure dcstillirt, geht sie inEssigsäure über, welche sich auch durchs Erhitzen cntbin-
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