Elftes Kapitel.
§12
ge, welche dieselbe Pflanze im Sonnenschein aushau-che. Dann sey diese schädliche Lustart leichter als dieAtmosphäre, und trete daher in die obern Regionen.Die letztere Annahme widerlegt sich von selbst durch diebekannte Schwere des kohlensauren Gas, und die er-stere Behauptung habe« genauere Forschungen wider-legt. Die Versuche, welche Jngenhouß in derAbsicht anstellte, um das Aushauchen des kohlensaurenGas aus Blattern im Schatten darzuthun, wurdennicht bloß mit abgerissenen, also absterbenden, Blat-tern, sondern auch mit frischen und noch fortwachsen-den Pflanzen gemacht und die Verdorbenheit der Luftdadurch geprüft, daß man ein Licht hinein hielt, wel-ches am Brennen verhindert wurde. Er fand einenUnterschied in dieser Eigenschaft der Blätter, die Luftzu verderben; Kohlblätter, Weinrankcn und Eichen-blätter thaten es am wenigsten.
Dagegen bemerkte nun Senebier, daß, wennPflanzen unter Wasser vor dem Sonnenlicht geschütztstehn, sie niemals, so lange sie noch frisch sind (ersagt, in den ersten zwölf Stunden) Luft geben. Ja,sogar, wenn das Wasser mit Kohlensäure geschwängertwar, entwickelte sich doch kein kohlensaures Gas ausden Blättern, weil, sagt er, alödann die Vegetationruht und die Pflanzen sich in einer Art Schlaf befin-den. Doch läugnet er nicht, daß Blätter in verdünn-ter Luft, mit Quecksilber gesperrt, m der DunkelheitLuft geben, die zum Theil kohlensauer, zum Theil
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