Elftes Kapitel.
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26. 29.) Diese ruft die Thätigkeit viel stärker her-vor; daher ziehn die Blätter, wie man zu sagenpflegt, die Säfte mächtig an, und beschleunigen dasAufsteigen.
Dies ist der Grund, warum die Blätter in ge-wisser Beziehung zu dem Reifen der Früchte stehen. jAuf der einen Seite befördern sie das Reifen durch vcr- istärkte Ausdünstung, welche die überflüssigen wässe- !
richten Bestandtheile wegnimmt, und durch die Ein- l
saugung elektrischer Stoffe. Daher werden die Heer- j
linge nicht reif, wenn man dem Weinstocke früh die ^
Blatter raubt; daher fallen unsre Obstfrüchte und derHopfen vor der Reife ab, wenn das Laub von Lohebefallen wird, oder wegen zu großer Dürre abfällt.Alpen - Pflanzen dünsten, wegen dünnerer Luftschich-ten, von denen sie umgeben sind, reichlicher aus; sowerden sie gewürzhafter, und kommen in der Ebene,wegen stärkern Luftdruckes, nicht gut fort. Aufder andern Seite muß der starke Antrieb roher Säftedurch die reichliche Ausdünstung vieler Blätter zu sehrvermehrt werden; auch beschattet das Laub die Früch-te oft zu sehr, und es ist daher nothwendig, etwasLaub abzubrechen, wenn die Trauben am Geländerreif werden sollen; man kehrt deßwegen, nach For-sch th's Rath, die Blätter der Pfirsichbäume ab,
16) Humboldts Ansichten der Natur, 242. Die ver-einigte Anziehung der Sonne und des Mondes ist zwi-schen den Wendekreisen stärker, daher die Ausdünstungder Pflanzen reichlicher. (Wilson über den Einflußdes Klima's, S. 44.)