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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
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524
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Elftes Kapitel.

steht das Reifen der Früchte mit der gesunden Verrich-tung der Blatter in genauem Verhältniß. Ueber dieEinwirkung des Sauerstoffs, der Kohlensäure und desStickstoffs der Atmosphäre auf die Pflanzen haben wiran andern Orten (§. 46. 47.) die nöthigen Angabenbeygebracht, welche bewiesen, daß diese Stoffe, so-wohl nach Art der Reize, als auch als Nahrung, vonden Blättern aufgenommen werden. Diese Verrich-tung nun hat die Natur, nach B 0 nnet' s und ande-rer Versuchen, vorzüglich an die untere Blattfläche,und die in derselben befindlichen Spaltöffnungen ge-bunden ; daher sich die Einhauchung und Einsaugungauf diese besonders einschränkt. Schon Percivalbemerkte, daß blühende und belaubte Zweige, in koh-lensaures Gas getaucht, an Gewicht zunahmen; wennsie aber ihrer Blätter beraubt waren, an Gewicht ver-loren. Die Tulpe nahm allein ohne Blätter an Ge-wicht zu, weil sie Spaltöffnungen am grünen Schaftehat. 4 ') Gemeine Erfahrungen sind's, die schon Ma -riotte^^) machte, daß lebende Zweige mit ihrenBlättern, auf Wasser gelegt, lange Zeit frisch bleiben;daß in den dürreften Sandwüften Afrika's die fleischi-gen Gewächse sich bloß durch den Thau des Himmelsund die Luftstoffe ernähren, welche sie mit der grünenOberfläche anziehn; daß das Begießen der Pflanzenan der Wurzel sie lange nicht so erquickt, als Thauund Regen, den man daher in Treibhäusern durch Be-sprengen nachahmt; daß saftige Gewächse, in Zimmern

4 Z) tiunl-r» xeorz. «»»->>-, vol. V. x. ZH. z6.

44) ,ui l» ve'z^t. x. 8>.