Z26 Zwölftes Kapitel.
werden, um höhere Gegensatze hervor zu rufen unddadurch die Fortpflanzung oder die thätige Wirkungüber die Schranken der Bildung hinaus, zu vermit-teln. Es mußte erst noch einmahl eine Zn-sammenziehung der im Blatt aus einander getretenenUrformen entsteh». Die Blätter verengen sich wieder,je näher sie der Blüthe kommen; der Stamm bildetneue Wülste, und so treten aus diesen die letzte» undwichtigsten Spaltungen der vorher zusammen gedräng-ten Formen hervor. (§. 86.) Das Licht hat endlichdie Materie besiegt; die Pflanzentheilc treten in demzartesten Zellgewebe, den feinsten Schraubengangenhervor; das Licht verbindet sich mit der Materie zurHervorbringung der Farben. Die Säfte sind die aus-gebildetsten der ganzen Pflanze; polarisch treten sieauseinander, die oxydirten schlagen sich im Nektarnieder; die hydrogenisirten, azotjsirtcn und carbonisir,ten treten in die Bcfruchtungstheile, und durch ihreVermittelung wird nun der Grund zur Bildung neuerIndividuen gelegt.
Diese, oder eine ähnliche Idee muß ein Jeder vonder Beziehung der Blüthe haben, wer mit unbefange-nem Sinn sie anschaut. Grew äußert wirklich schonübereinstimmende Grundsätze, wenn er von den flüch-tigen Theilen und von dem Sulfur spricht, die sichin der Blüthe entwickeln. 4ü) Schon in der Thier-welt wird die Blüthe, als Vorläufer der Begattung,durch die prachtvollen Farben des Schmetterlings,
48) A- a. O. 166.