161
344) Hälfte eines Piasters. — Geschenk von FrauAnna Zeller-Horner.
Anna Horner (1813—1881) hatte einige Jahre vor ihrem Todedie Freundlichkeit mir die Hälfte eines unter Karl IV. vonSpanien, also wohl gegen das Ende des vorigen Jahrhundertsgeprägten Piasters zu übergeben, samt einem Zeddelchen, aufwelchem in der mir wohlbekannten Handschrift ihres Vaterszu lesen steht: „Zu diesem Fiaster besitzt mein Freund DemetriIwanowitsch Koscheleff in Kamtschatka die andere Hälfte.“— Zur Erklärung füge ich bei, dass Krusenstern und Horner,als sie in den Jahren 1804 und 1805 mit der Xadeshda wieder-holt längere Zeit in dem Hafen von St. Peter und Paul lagen,durch den damaligen Gouverneur von Kamtschatka , den GeneralKoscheleff, sehr wohlwollend aufgenommen wurden und sichmit demselben, namentlich aber mit dessen jüngerem Bruder undAdjutanten, dem Lieutenant Koscheleff, innig befreundeten.Letzterer begleitete sie sogar, als „Gesandtschafts-Cavalier“ desdie Expedition als Gesandter am japanischen Hofe begleiten-den Kammerherrn v. Resanoff, nach Japan , und sie hätten ihnnachher gern auch nach Europa mitgenommen; aber die Ver-hältnisse gestatteten es nicht. So mussten sic sich 1805 X 4 vonihrem gewonnenen Freunde trennen, und es war muthmasslichbei diesem Anlass, dass Horner mit ihm den Piaster als Erinne-rungszeichen theilte. — Krusenstern, dessen Reisebeschreibungich diesen Detail entnehmen konnte, fügte (II 129) in einerNote bei: „Mit- Schmerz muss ich hinzufügen, dass dieser liebens-würdige junge Mann im Jahre 1807 in Kamtschatka gestorben ist.“
345) Voll-Transporteur. — Geschenkt von Prof. Wolf.
Muthmasslich in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts
und jedenfalls ganz hübsch in Messing ausgeführt, zeigt dasInstrumentchen eine Reihe concentrischer Kreise, von welchender äussere etwa 13'/2 cm Durchmesser hält und in Ilalbgradeeingetheilt ist, — der innerste bei etwa 7 cm Durchmesser da-gegen nur in Grade. Auf zwei zwischenliegenden Kreisenvon etwa 11®/* und 8 cm Durchmesser sind nur Doppelgradeangemerkt, und zwar auf dem äussern die geraden, auf deminnern die ungeraden Grade; dabei ist jeder gerade Gradstrich
Sammlungen der Zürcher Sternwarte.