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Privilegien.
13. Abjchnitt.
Mecheln und Antwerpen über Tnchfälschungen ward mit Hilfe Köln'sund Dortmund's zu Gunsten der Hansen beseitigt. Doch schon 1409war wieder Streit entstanden und die Hansen bewarben sich bereits beimHerzog Anton von Brabant um Privilegien für eine in Antwerpen zugründende Niederlassung, bis die Flandrer 1425 mit 5000 Pfund Gro-ten den Schaden büßten. Als in dem Aufruhr der Brügger gegen ihrenHerzog 1431 mehrere Deutsche erschlagen und die Privilegien beein-trächtigt wurden, machten die Hansen wieder Miene, nach Antwerpen zuziehen und erzwänge» sich 1438 eineGenugtbuung; außerdem erweiterteHerzog Philipp 1449 ihnen die Gerechtsamen. Aber es entstandenSchwierigkeiten mit den burgundischen Herzögen; der Stapel der kost-bareren Waaren ward 1451 nach Antwerpen und später beim Streitedieser Stadt mit Bremen nach Utrecht, der von den geringeren nach Mrd-delburg verlegt. Die flandrischen Deputirten verlangten 1456 dieRückkehr der Hansen, welche diese gegeir Erweiterung der Privilegien(namentlich sollten Streitigkeiten künftig durch Schiedsrichter entschiedenund Klagen gegen die Hausen nicht vor inländische Richter gebrachtwerden) gewährten; auch erhielten sie 1487 Freiheiten rücksichtiich desZolles. Der Zustand der Länder jener Zeit entschuldigt gewissermaßendas Benehmen der Hansen, indem ein sicherer Verkehr damals nicht ohneeine gewisse Tyrannei, wenigstens nicht ohne monopolistische Privilegienoder eine Factorei mit schlagfertigen Gesellen versehen, gedacht wer-den mochte.
Die hansische Factorei zu Brügge zählte damals ungefähr 300Kaufmannsdiener, die den Einkauf und Verschleiß der hansischen Waarenzu besorgen hatten und mehrere Jahre am Orte bleiben mußten, unterder Obhut von 6 Aeltermännern und eines Kaufmannsrathes von 18Mitgliedern. Alle standen unter klösterlicher Zucht in gesonderten Haus-haltungen »ird hielten ihre großen Versammlungen im Revcnter der Kar-meliter. Doch herrschten heitere, milde und üppige Sitten, großerReichthum in der dichtbevölkerten Stadt, deren Einwohner die beeidigtenDiener der Kaufleute hergeben mußten. Die letzteren waren weniger zahl-reich, als in anderen Factoreien, obschon der Handel reicher und ergiebigerwar. Der Verkehr wurde einzig von den zureisenden hansischen Kaufleuten