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Der Hansabund / von Gustav Gallois
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255
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1. Kap.)

Verfall der Hansa.

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lor dadurch der Städtebund an politischem Ansehen; das ihm zustehendeRecht der Selbsthilfe und Fehde kam theils in Abgang, theils fehltebald die überwiegende dazu erforderliche Streitmacht. Auch war dieKreisoersassung, in welcher die Fürsten das Meiste zu sagen hatten, zurUnterdrückung der kleinern Gemeinwesen stets bereit, wogegen man dieschiedsrichterliche Gewalt des Bundes und seine Vorschreiben entbehrenund selbst unsachten lernte. Die Jntercession der Hansa für Braun-schweig (1601) wurde von Herzog Heinrich Julius mit der höhnendenFrage abgewiesen: wie sie Rebellen gegen die Reichsgesetze schützenmöchte? Als die Hansa in dem Streite des stralsnnder Rathes mitden Gemeinen (1613) bundesrechtlich entscheiden wollte, wurde ihr an-geblicher Vorwitz von Herzog Philipp Julius von Pommern hart zurück-gewiesen ; selbst ein Graf von der Lippe durste die Hansen verhöhnen!Doch am Meisten offenbarte sich das Absterben der Hansa darin, daßihre Glieder untereinander und gegen die Gesammtheit in Streit ge-riethen und mit Umgehung des Bundes bei den Reichsgerichten und demKaiser Recht suchten. So machte es Hamburg, welches nie viel Ge-meinsinn bewiesen hatte, und in seinem Benehmen gegen Magdeburg sei-nen Egoismus glänzend bethätigte; im Jahre 1556 Stade nnd Buxtehnde,als sie beim Bunde über Beschränkung der Elbschifffahrt klagten; soKöln, als die niederländische Factorei Schoß verlangte (1577); so ver-warf Bremen in seiner Resormangelegenheit dieBnndesantorität (1562),rief den niedersächsischen Kreis, den Bremer Bischof nnd den Kaiser anund mußte auf Begehr des Letzteren, ungeachtet des verhängten Bannes,wieder in den Bund aufgenommen werden. In Rostock wandte sich(1566) der Rath gegen die insurgirte Gemeine an den Kaiser, letzterean den Fürsten von Meklenbnrg. Man hätte glauben sollen, daß dieHansen, wie Köln dies verlangte, sich unter solchen Umständen fester anden Kaiser geschlossen hätten; allein seine vielen Gesandtschaften undVorschreiben richteten nichts aus; es gab keine starken und gewissenhaftenKaiser mehr; sie horchten mehr aus das Wort der die freien Communenhastenden Landessnrsten: Ferdinand I. wollte 1557 eine Türkenhilsevon ihnen, wie auch Maximilian II. 1566, ohne dergleichen zu erhalten;Rudolph II. polterte aus Anstiften des Herzogs Heinrich Julius von