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Der Hansabund / von Gustav Gallois
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265
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2. Kap.)

Wullenweber.

265

Kriegsrüstung für den Was« erhoben, und die dänischen Inseln plün-derten. Der jütländische Adel fiel vom Könige ab und rief Herzog Frie-drich, seinen Oheim, herbei, Christian II. floh übereilt aus seinem Reiche,nm ausländische Hilfe zu suche». Friedrich I. schloß einen Bund mitLübeck, festigte die Macht des Adels, ließ sich von den Jütländern zumKönig machen, nahm mit Hilfe der Lübecker Kopenhagen und Malmöe undunterwarf Norwegen. Von Severiu Norby, welcher von Gothland ausdie Schweden und Lübecker belästigte, wurde der Friede erkauft. Lübeckerhielt die Bestätigung seiner Handelsfreiheiten, die Einkünfte von Goth-land auf zwei Jahre und Bornholm für 30 Jähre. Diese Stadt wares auch, welche den Malmöer Vergleich (1524) zwischen Friedrich undGnstav Wasa stiftete. Die Einführung der durch die Könige begünstig-ten Reformation hob die Macht des Adels durch die Beraubung derkatholischen Geistlichkeit, kräftigte aber auch das Selbstgefühl der Bür-ger, besonders in Wiborg, Kopenhagen und Malmöe. Als Christian >l-1531 mit niederländischer Hilfe in Norwegen landete, und glücklicheFortschritte machte, eilten Lübeck, Rostock, Stralsnnd und Danzig herbei,den Aufdringling und seine gehaßten Niederländer zu bekämpfen. Ver-rätherisch ward Christian in sein Gefängniß nach Sonderbnrg gebracht,wo er sterbe» sollte; den Lübeckern aber ward schlechter Lohn, sie er-langten nicht, daß die Ostsee den Holländern gesperrt wurde, und mußtenzusehen, wie Friedrich zu Gunsten der dänischen Handelscompagnie zuKopenhagen die deutsche aufhob.

Nach dem Tode des Königs folgte ein unheilvolles Zwischenreich,in welches eine Begebenheit fällt, welche wir weitläufiger erzählen müssen,weil ein großer Mann, der einzige seiner Art, damals in Lübeck den Ver.such machte, der sinkenden Hansa eine für die ganze künftige Geschichtedes Nordens entscheidende Aufgabe zu stellen, welche freilich an deminnern Verderb des Bundes scheiterte, aber gerade darum wie keine an-dere geeignet sein dürfte, den Zustand desselben in dieser Zeit darzulegen.Auch in Lübeck hatte die Reformation, zugleich mit einer demokratischenRichtung, bei den gemeinen Bürger» tiefe Wurzeln geschlagen, und beideElemente stießen gegen die Pfaffen und katholisch-aristokratischen Stadt-junker. Ein ertrotzter Volksausschuß setzte, 1530 vom Rathe sanctio-