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Der Hansabund / von Gustav Gallois
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Verhältniß zu den Niederlanden.

14. Abschnitt.

Die Nähe, die Lage, die Kenntnisse, „das bedeutendere Handelscapitalgaben," wie Sartorins bemerkt, „dieser oder jener Stadt im nordöstlichenHandel immer einiges Gewicht" — aber ,, was die Vorfahren so klug,so fest zusammengehalten, zerstückte und ward größtentheils die Beutefremder Völker. Mit den Veränderungen in Livland und Preußenwar auch der bedeutende Verkehr mit den hinter ihnen südlich belegenenVölkern mehr oder weniger gestört worden. Die preußischen und liv-ländischen Städte, von der Zeit an, als sie fremde, polnische oder schwe-dische Herrschaft etwa anerkannten, mußten einem anderen, als demdeutsch-hansischen Interesse folgen."

Viertes Kapitel.

Verhältniß der Hansen zu den Niederlanden.

Die Niederlande wurden nach der sturmbewegten Zeit unter Maxi-milian von dessen Sohne Philipp dem Schönen seit 1494 regiert,welcher mit Bewilligung seiner Unterthanen, die zu seiner Persönlichkeitmehr Vertrauen hegten, als zu Freiheitsbriefen, alle Landesprivilegienaufhob und zwei Jahre später mit England einen auf Zollfreiheit undReciprocität gegründeten Handelstcactat schloß. Die Mordscenen imBürgerkriege, welcher Brügge zu Grunde richtete, so wie die Verwand-lung des Hafens Sluis in einen Naubstaat, triebe» die Kaufleute nachdem mit herrlicher Handelslage ausgestatteten Antwerpen, welches baldalle anderen Städte überflügelte. Es knüpfte mit den Portugiesen,welche die Seefahrt nach Ostindien ausbrachten, Verbindungen an unddie Heirath Philipp's mit der Juana, Tochter Ferdinand's und Jsa-bella's von Spanien, so wie der Margaretha, Philipp's Schwester, mitdem spanischen Thronerben, brachte den durch Amerika's Entdeckung1482 wichtigen spanischen Handel großentheils in holländische Hände.Dazu kam, daß der spanische Kronprinz, wie seine ältere SchwesterJsabella, bald ohne Erben starben und Philipp so die Anwartschaft aufSpanien erhielt. Allein der geldrische Krieg hinderte die Nordprovin-zen am Aufschwünge. Als 1506 Philipp plötzlich starb, folgte ihm seinSohn Karl, unter Vormundschaft seines Großvaters, Kaiser Max,welcher seine Tochter, Margarethe von Savoyen, zur Statthalterin