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Der Hansabund / von Gustav Gallois
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333
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6. Kap.)

Handel mit Frankreich.

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Der innere Wohlstand war dahin; Krieg nnd Religionsverfolgungen hattenviele Provinzen ihrer besten Einwohner beraubt; an die btelle des gutenNamens war die politische Schmach, an die des Credites eine Schulden-last von über 1000 Will. Frcs. getreten und es nahte das unabwend-bare Verhängniß! Man sieht aus diesem kurzen Hinweis, daß Frank-reich in dem ersten Jahrhundert dieses Zeitraumes dem hansischen Han-del wenig zu bieten vermochte: Wein und Salz waren säst die einzigenbedeutenden Ausfuhrartikel des Landes. Der Zwischenhandel der Hansenberührte vorzüglich die nördlichen Häfen, wie Dieppe nnd La Rochelle,obschon die Franzosen ihre meisten Bedürfnisse von dem flandrischenWeltmarkt zu holen pflegten. Die früheren Handelsstörnngen, welcheaus den französisch-englischen Kriegen erwachsen waren, schienen nach-zulassen und mit dem Sinken des flandrischen Handels der directe han-seatische in Frankreich an Bedeutung zu gewinnen. Doch war der Verkehroberdeutscher Städte über Lyon ungleich wichtiger. Nachrichten ausjener Zeit über die französischen Handelsverhältnisse sind nicht häufig.Im Jahre 1519 hatten französische Kaper, welche der französische Kö-nig dem dänischen Christian in die Ostsee znr Hilfe gesandt, um zu ihremrückständigen Solde zu gelangen, Seeraub getrieben und ein silbischesSchiff von 1600 Mark an Werth gekapert. Auf die desfallsige Klageder Lübecker sicherte ihnen der König in den huldvollsten Ausdrücken(1520) Bestrafung der Schuldigen nnd vollständige Entschädigung zu undversprach, daß die freie Schifffahrt und Handlung in seinem Reicheihnen nach wie vor zustehen solle. Auch den süddeutschen Reichsstädtenhatte sich Franz sehr geneigt erwiesen; wahrscheinlich beabsichtigte ersich der Hilfe der Hansen in seinem dritten Kriege gegen Karl V. zu be-dienen. Deshalb wollten auch die Städte Braunschweig, Köln, Ham-burg, auf dem Hansatag von 1535, die Anerbieten des Königs nur mitgrößter Vorsicht aufgenommen wissen, während Danzig ohne Weiteresdarauf mittelst Abfertigung einer Gesandtschaft einzugehen rieth. Kämpennnd Deventer waren wobt am stärksten bei dem Handel mit Frankreich,welchen Lübeck nicht betrieb, interessirt nnd sie bewirkten auch, daßman, abgesehen von directer Verhandlung, welche man vor dem Kaisernicht wagen durste, durch das brügge'sche Comtoir, um die Sicherheit,