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Der Hansabund / von Gustav Gallois
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Frankreich.

(4. Abschnitt.

in französischen Häfen einzulaufen und dort freien Handel zu betreibennachsuchen ließ. Franz I. bestätigte nun 1536 die frühern hansischenFreibriefe, in welchen die Städte Schutz gegen die Handelsstörungenabseilen der Franzosen, freie Ein- und Ausfuhr aller nicht verbotenenGüter, bei Bezahlung der von jeher üblichen geringen Abgaben, freienVerkehr mit denFranzoseu zu Wasser und zu Lande zugesichert bekamen.Der Handel scheint nun seinen ruhigen Gang behalten zu haben, in-dessen muß er lucrativ genug gewesen sein, indem Kämpen und Deven-ter allein 15,000 Francs vorschössen, als es sich um die Bestätigungder Privilegien durch Heinrich II. handelte (1552); ja der Handel mußin dieser Zeit sehr an Bedeutung gewonnen haben, wie aus den auf denHansatagen zur Sprache gekommenen Vorschlägen hervorgeht. Da diefranzösischen Kapereien nicht gänzlich aufhörten, wollte man einen stän-digen hansischen Gesandten in Frankreich halten, oder auch größerehansische Deputationen an den König senden; allein ein halbes Jahr-hundert hindurch wurde die Ausführung solcher Vornahmen durch Lang-samkeit, schlechte Finanzen und Uneinigkeit der Hansen, sowie durchdie Unruhen in Frankreich, die europäischen Kriege und die wechselvollePolitik des französischen Hofes vereitelt. So wollte man 1549 einenConsul in Frankreich, aus Kosten des londoner Comtoirs und, als diesesnichts hergeben wollte, aus dem Ertrage eines auf den französischenHandel zu legenden Zolles besolden. Die Politik der Catharina vonMcdicis, welche das Zerwürsuiß der Hansen mit der ihr verhaßten Elisa-beth von England kannte, gedachte dasselbe auszubeuten und Karl IX.ließ deshalb den Städten große Versprechungen machen: 1562 ward Ver-mehrung der alten Freiheiten und eine Factorei geboten. Lübeck, welchesfür die antwerpeuer Niederlage fürchtete, war dagegen und warnte, mansolle sich bei so ungewissen politischen Verhältnissen nicht mit den unbe-ständigen Franzosen einlassen; andere Städte meinten dagegen, manhabe schon früher einComtoirzuBourdeaux gehabt, welches ohne Gefähr-dung des antwerpener mit großen Nutzen wieder errichtet werden möge,zumal man hoffen dürfe, die mangelnde englische Wolle und Tücherdurch französische zu ersetzen. Es ward dem mit der Vermittlung be-auftragten französischen Gesandten am dänischen Hofe freundlich geant-