Band 
Sechster Band.
Seite
93
JPEG-Download
 

Vorl. Anmerkungen über Warschau. 9;

Vor dem Rathhause auf der Neustadt isteine schlechte steinerne Statue eines Mannes,der ein Schwerdt in einer Hand, und einen ab-gehauenen Kopf in der andern halt: ich erinneremich derselben nicht, und weiß nichts mehr da-von, als was diese Paar vonHrn.Dubais mit-getheilten Zeilen sagen.

Das Denkmal, welches der jetzige Königdem treuen und großmüthigen Hcyducken er-richtet hat, der Ihm in jener schreckvollen Nachtda er aufgehoben wurde, zum Schild dieneteund sich niedermachen ließ, hatte ich mir öftersvorgenommen zu? sehen, und bin nie, dazu ge-langt ; ich habe auch keine Beschreibung davonbekommen, und weiß den Ort nicht anzugeben,wo es stehet.

Schauspiele habe ich in Warschau nicht ge-sehen; des Reichstags ohngeachtet, der denvornehmsten Adel des Königreichs in die Haupt-stadt gezogen hatte, war eine hier befindlicheTruppe französischer Komödianten ohne Be-schäftigung, weil ein Fürst Radzivil, in dessenPallaste das bisher gebrauchte Schauspielhausbegriffen ist, ich weiß nicht aus welchem Eigen-sinn, es nicht wollte eröffnen lassen. Vielleichtist nach meiner Abreise noch darinn oder aufdem Theater eines adelichen Gymnasium ge-spielt worden. Im folgenden Jahr aber hakman auf immer dieser Verlegenheit vorge-beugt.