Band 
Sechster Band.
Seite
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L -4 Verwischte Nachrichten.

Selten von Warschau j denn hier siehet man inverschiedenen Zimmern einen solchen Schatz vonsilbernen, bronzenen, krystallenen und marmor-nen Waaren, von Vasen, Statuen und Gemal.den, daß die Augen ganz verblendet werden.Die Gemälde und Bildhauerarbciten sind meistvon guten Meistern aus verschiedenen Landernverschrieben, und in den Meubles, Kaminge-simsen und dergl- herrschet der ausgesuchtesteGeschmack. Es that mir sehr leid, daß es schonNacht war, und ich diese Kostbarkeiten nur beyLicht sehen konnte. Herr -Hempel war in St.Petersburg, und ich hatte seine dortige nicht sobeträchtliche Niederlage, hinter dem Pallast desOberkammerherrn von Scburvalow besehen;aber wie mich dünkt, vergessen anzumerken *).

Auf dcr Convcrsation und Abendmahlzeit beydem Fürstwoiwoden von Rußland (oder schon zuMittage bey dem General) lernte ich den AbtAlberti kennen, den Verfasser eines geschätztenitalienischfranzösischen Wörterbuches, der durchdie Aufhebung des Icsuitcrordens, welchem erzugethan war, nach Polen verschlagen worden.Er ist ein geschickter noch nicht alter Mann, und

Vomo

*) Jetzt ist auch in Warschau eine ansehnliche Nie-derlage von berliner Porcellan: unter andern isteiner der schönsten von den so kostbaren hier ver-fertigten Kronleuchtern dahin gebracht worden.