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versichert uns, daß «6 ihm nach häufigen Beobachtun-tungen dünke, daß es beyderley Geschlechter gäbe, daßaber einige, die außerordentlich klein sind, sich in Mü-cken verwandeln, andere aber, die größer wachsen, ohneVerwandlung ihre Eyer legen. Hieraus, und aus ih.rer Analogie mit den andern, machte er den Schluß,daß die kleinen Mücken mit Flügeln, obgleich groß inVergleich mit ihrem Körper, und mit schönen Karmesin-streifen versehen, die Männchen des GallinsectS wären,die er durch ein Microscop beobachtete, und sah, wiesie die Weibchen befruchten, ehe sie im März die kugel-förmige Gestalt annehmen. Doch dieß ereignet sich so,daß es kaum bemerkt wird, und auf eine so sonderbareWeise, daß ein gewöhnlicher Beobachter sich nie ein-bilden würde, daß sich ein solcher Fall zugetragen hätte,oder nur vermuthen würde, daß die Männchen, die erherumfiattern sah, den geringsten Umgang mit denWeibchen gehabt hätten, sondern daß es vielmehr Mü-cken wären, die sich von ungefähr auf dieselbigen Zwei-ge setzten. Wenn wir zu dieser Beobachtung hinzufü-gen, daß die neuen KermeS, die im Iunius auskommen,klein bleiben, und unsere Aufmerksamkeit nicht eher,als bis zum folgenden März an sich ziehen, da sie ohneAnschein eines thierischen Lebens anfangen zu schwellen,so wird es nicht so außerordentlich scheinen, daß sie ins-gemein für ein Pflanzenproduct gehalten worden sind.In Lanyuedoc und Provence sammlen die Armendie KermeS, und die Weiber lassen ihre Nagel wach-sen, um sie desto leichter abnehmen zu können.
Die Gewohnheit, die Zweige abzuschneiden, ist sehrunvernünftig, weil dadurch die Aerndte des folgendenJahrs zernichtet wird. Einige Weiber sammlen desTages zwey bis drey Pfund. Es kömmt besondersdarauf an, die Oerter zu wissen, wo sie in einiger Mengezu finden sind, und sie ftüh mit dem Morgenthau zu
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