- 5S
Sechster Brief.
Nachtheile, die aus den Wanderungen der Me-rinoschafe und aus den Gesetzen der Mestaentstehen *).
verlangen meine Meynung von der Mesta, ichweiß aber zu dem, was ich ihnen oft von einerSache gesagt habe, die sich in den Inbegriff eines Brie-fes nicht so leicht zusammenziehen laßt, nichts hinzuzu-setzen; inzwischen will ich Ihnen nochmals die Beob-achtungen vorlegen, die mich zu den Begriffen, die ichvon der Mesta habe, gebracht haben.
Diese Benennung hat sich in unsere Sprache ein-geschlichen, und ist den Schafen beygelegt worden, daes eigentlich nichts anders bedeutete, als eine Mischungvon Getreide und Saamen, als Gerste, Bohnen, Ha-ber, Linsen u. d. gl.; auch wußte man in Spaniennichts von Mestaheerden vor den Zeiten des KönigsAlpbonsus des letztem, da zuerst englische Schafe inspanischen Karacken nach Spanien gebracht wurden.Damals entstund, wie der Baccalaureus Fernan Go-nrez de (tiudad Real im 7zsten Briefe berichtet, dieStelle eines Richters der Mesta. Besagter König
Alphon-
») Dieser Brief ist von dem verstorbenen gelehrten VaterSarmiento an Don Antonio Ponj aus Madrid den 12September 176; geschrieben, und von diesem in dem 8tenTande seiner Reise durch Spanien, Madrid 1778, bekanntgemacht Er zeigt, wie weit sich der Verbesserungsgeistausgebreitet hat, und daß er sogar in die düstern Kloster-mauern eingedrungen ist. Da er von dem Ginn der Zei-ten einen lebhaften Begriff giebt, so habe ich geglaubt,«s würde dem Leser angenehm seyn, ihn in seiner ur-sprünglichen Gestalt zu lesen-