104
Das Schloß Aceca, welches zu der Gerichtsbarkeitvon Aranjuez gehört, wird zwar in guter Ordnungunterhalten, ist aber wegen seines vorigen Rufs undAlterthums merkwürdiger, als wegen eines andern Um-standeS. Sein Bezirk soll ehemals einer jüdischen Co-lonie von Toledo zugehörig gewesen seyn, und den Na-men von der durch )osua bevölkerten Stadt Azebaerhalten haben. Das ist ausgemacht, daß die Judenin vorigen Zeiten in Spanien in großem Ansehen ge-wesen, daß sie auch sogar im Jahr 686 unter dem go-thischen Könige Ervigius die Kühnheit gehabt, denKönig überreden zu wollen, daß der Messias nicht ge-kommen sey. Ihre Nachkommen pflanzten viele Jahrehernach Fabeln fort, und gaben vor, baß sie nicht vonden Juden herstammten, die den Heiland gekreuzigthatten, um dadurch ihr hohes Alterthum zu erweisen,und die Vorwürfe der Spanier abzulehnen *).
Neun-
Ei Sandoval, Bischof von pampelona, erzählt, als Kö-nig Alphonsus die Stadt Toledo erobert habe, so habeer sie voller Juden gefunden, weiche dein Monarchenzwey Briefe in hebräischem und arabischer Sprache gezeigthätten, deren einer von der Synagoge zu Jerusalem an diezu Toledo geschrieben worden war, worinn sie ihnen vonJesu Christo Nachricht gaben, und sie um Rath fragten,ob sie ihn zum Tode bringen sollten? der andre aber dieAntwort der Juden von Toledo enthielt, darin» sie es abge«rächen hallen Galifer, König von Toledo, hakte solcheaus dem Hebräischen ins Arabische übersetzen lassen, undÄlphonsuti verordnete, sie in die lateinische und spani-sche Sprache zu übersetzen; und sie waren 1494 noch inden Archiven von Toledo aufgehoben. Julian, Erzprie»sier vosi Sr. Just, übersetzte sie, und sie kamen nachherin verschiedene Hände. Die Antwort der Juden istdatier, Toledo, den 14 des Monden Nisan, Aera desLäÄrs i z und des Augustns Gcravianus 71. Don derAechtheit dieser Priese, spricht der Bischof von Pampe«Ivna, weiß ich weiter nichts, als daß sie in den Archiven
von