-- -- - IY7
keine Schande, sich der Haushaltung und aller Zweigeder Hanswirchschuft mit einer edcln Einfalt anzuneh-men, die uns an die glorreichen Zeiten erinnert, wel-che Monier besungen hat. Wer Unschuld, Gesund-heit und Fröhlichkeit sucht, findet sie unter den Ein-wohnern von Älscaya; und sind sie nicht die reichsten,so mögen sie doch für die glücklichsten Menschen von derWelt geschaht werden *).
Es ist eine Lust, zu sehen, wie freundlich die Rei-chen sich gegen Geringere betragen : aber diese Art derGleichheit unter ihnen ist in einem Lande unumgänglichnöthig, wo Temperament und Erziehung bey den Men-schen einen gewissen Stolz und Begriffe der Unabhän-gigkeit hervorbringen. Ungewohnt, die kleinste Ver-achtung zu ertragen, oder das kriechende Bezeigen an-zunehmen , das den Armen gegen Reiche in andernLandern so gewöhnlich ist, findet das kastilianischeSprüchwort: l'obre?..-, no ez vile^a, Armuth ist keineSchande, in so fern bey ihnen keine Statt, daß sie esfür die größte Niederträchtigkeit ansehen, zu betteln.Und ob man gleich hier viele Bettler siehet, weil dieWeiber sehr inildthätig sind, so wird man doch seltenunter ihnen einen Biscayer antreffen.
Uebcchaupt sind Männer und Weiber in den Dör-fern von Bisia^a und tAuypuscoa auf kastilianischgekleidet, aber in den zerstritten Hütten haben dieBauern die alte Mode nach nicht abgelegt. IhreTracht gleicht in etwas der katalonischcn. Sie besieht
N z aus
HerrBowIcs erzählt, daß die Mädchen in den b>gü«tcrtsten Familien ftlbst waschen, backen und die Küchebesorgen. Ich kann nicht sagen, daß ich sdlcheS bey denwohlhabenden Biscayern bemerkt hatte, aber ihre offen-herzige Gastsreyheit mid Gutherzigkeit habe ich oft er-fahren.